Sa, 18. November 2017

Hallstatt:

11.10.2017 06:14

Altarbilder nach Kunstraub wieder in OÖ

Endlich sind sie wieder da! Jene vier beidseitig bemalten Altarbilder, die, wie berichtet, vor 30 Jahren aus der Hallstätter Pfarrkirche gestohlen worden waren und letztes Jahr in Italien wiedergefunden wurden, sind wieder in Oberösterreich. Nach einer Restaurierung sollen sie so bald wie möglich nach Hallstatt heimkehren.

Es war hoffentlich das letzte Abenteuer, das die etwa 570 Jahre alten Flügelaltarbilder aus Hallstatt mitmachen mussten. Im Jahr 1987 wurden die vier gotischen Gemälde von einem italienischen Paar aus dem Altar in der Hallstätter Pfarrkirche gerissen und verschleppt. Dazwischen dürften zwei von ihnen in privatem Besitz gewesen sein, wurden neu gerahmt. Die anderen beiden verbrachten wohl die letzten Jahrzehnte in einem Lager, sind deshalb schlechter erhalten als die anderen. Bei einer Razzia in Italien wurden, wie berichtet, alle Bilder sichergestellt.

Zurück in die Heimat
Nun fanden sie endlich ihren Weg zurück nach Oberösterreich, wurden gestern im Linzer Petrinum erstmals gezeigt: "Es ist eine große Freude. Zwar waren es lange Ermittlungen, doch im Vergleich zu dem Alter der Bilder waren sie doch nur kurz weg", so LKA-Chef Gottfried Mitterlehner.

Restaurierung nötig?
Nächste Woche werden die Werke von einer Restauratorin begutachtet, denn es gibt einige Beschädigungen, die möglicherweise noch beseitigt werden müssen (siehe Interview unten). Ganz recht ist das den Hallstättern, von denen einige extra zur Pressekonferenz angereist waren, nicht: "Schön wäre es schon, wenn wir eine rasche Lösung herbeiführen und den Altar noch heuer in Hallstatt aufstellen könnten", gab Reinhard Kerschbaumer, Obmann des Hallstätter Pfarrgemeinderates, nicht auf. Tatsächlich wird es wohl länger dauern, da auch eine Sicherheitslösung für die Zukunft gefunden werden muss.

Jasmin Gaderer, Kronen Zeitung

Hubert Nitsch, Kunstreferent und Diözesankonservator der Diözese Linz, identifizierte die Werke nach der Razzia in Rom.

"Krone": Sie sind froh über den Zustand der Bilder.
Hubert Nitsch: Ja, dafür, was sie durchgemacht haben, sind sie in relativ gutem Zustand, eine Tafel ist unversehrt. Zwei Bilder weisen Fehlstellen und Blasen auf, das muss jetzt untersucht werden. Dann müssen wir ein Maßnahmenkonzept stricken. Sollten an einzelnen Bildern noch Arbeiten nötig sein, werden sie dennoch alle gemeinsam zurückgegeben.

"Krone": Warum sind diese Werke eigentlich so wichtig?
Nitsch: Wir haben nicht so viele gotische Kunstwerke, und das Bildprogramm zeigt mit dem Heiligen Rupert eine Bindung zu Hallstatt.

"Krone": Beim Auffinden der Gemälde hat das Kunstgutinventar der Diözese Linz sehr geholfen.
Nitsch: Ja, dort sind über 130.000 Kunstobjekte mit Foto und Datenblatt erfasst. Bei Diebstählen werden die Fotos der Polizei zur Verfügung gestellt. Das hat hier nach 30 Jahren dank der italienischen Polizei zum Erfolg geführt.

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