Sa, 16. Dezember 2017

Innsbruck

09.10.2017 09:13

Drogen: Kampf gegen die Nordafrikaner-Szene

Die Polizei zwingt die nordafrikanische Drogenszene in Innsbruck zunehmend in die Knie! Nachdem der Kontrolldruck - auch mit Unterstützung von Sondereinsatzgruppen aus Wien - heuer noch einmal deutlich verstärkt wurde, konnte die kriminelle Gruppierung zuletzt von 100 auf 50 Personen reduziert werden. 78 sitzen im Gefängnis. Die FPÖ bezweifelt die Zahlen…

In Tirol herrschte in den vergangenen Jahren ein regelrechter Drogen-Boom. Das beweisen die Zahlen der Kriminalstatistik. Landesweit gab es 2016 insgesamt 4023 Suchtgift-Anzeigen. Spitzenreiter war - wenig überraschend - Innsbruck mit 2042 Delikten. Damit wurde nach dem Rekordjahr 2015 (2125 Anzeigen) der zweithöchste Wert verzeichnet.

Ein wesentlicher Anteil (571) entfiel dabei auf die nordafrikanische Drogenszene, die zuletzt stetig um die 80 bis 100 Personen umfasste. Die Nordafrikaner sind aber nicht nur beim Suchtgift sprichwörtlich dick im Geschäft. Insgesamt gingen 1200 Straftaten auf deren Konto. Brisant: Das sind über acht Prozent der Innsbrucker Gesamtkriminalität.

Um der Gruppe den Kampf anzusagen, wurde der Druck der Polizei heuer noch einmal verstärkt. So erfolgte etwa im Frühjahr mit Hilfe von Sondereinsatzgruppen aus Wien eine Schwerpunktaktion. Bilanz: Es gab 21 Festnahmen und viele Sicherstellungen, 11 Personen wurden in die Justizanstalt eingeliefert.

Derzeit rund 50 nordafrikanische Dealer

Apropos Justizanstalt: Dort sind aktuell 78 Nordafrikaner (davon 48 Marokkaner und 24 Algerier) in Haft. Allgemein konnte die Polizei laut Innenministerium durch die schärfere Gangart die Szene um die Hälfte auf rund 50 Personen reduzieren. Mit dem neuen Fremdenrecht soll es ab November leichter werden, die kriminellen Marokkaner und Co. abzuschieben.

Dealer: Tiroler FP bezweifelt Besserung

Nicht glauben will die FPÖ die aktuellen Daten des Innenministeriums, wonach die Zahl der nordafrikanischen Drogendealer in Innsbruck auf 50 reduziert werden konnte. "Mir als Anwalt wäre nicht aufgefallen, dass eine Besserung eingetreten wäre", sagt Tirols FP-Chef Markus Abwerzger, der von "vorwahlkämpferischen Placebo-Zahlen" spricht.

Hubert Rauth, Kronen Zeitung

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