Sa, 18. November 2017

Grand Prix von Japan

08.10.2017 12:55

Vettel-Aus! „Ferrari hat wirklich den Wurm drin“

Schon wieder ein technischer Defekt bei Ferrari - und dieser hat den Formel-1-Titelkampf wohl endgültig zugunsten von Lewis Hamilton entschieden. Während der Brite in seinem Mercedes mit der Konstanz eines Schweizer Uhrwerks Punkte holt, schied Vettel am Sonntag wie schon in Singapur aus. "Ferrari hat wirklich den Wurm drinnen. Das ist schon schlimm", befand sogar Mercedes-Teamchef Toto Wolff.

Woran es liegt, ist nicht einfach zu fassen. Doch Fakt ist, dass es für Ferrari seit Wiederbeginn der Saison nach der Sommerpause nicht mehr rund läuft. Seit inklusive dem Großen Preis von Belgien in Spa sammelte Vettel in fünf Rennen nur 45 Punkte, Hamilton dagegen stockte sein Konto dank vier Siegen und einem zweiten Platz um 118 Zähler auf.

Technische Pannen blieben bei Mercedes zuletzt aus - ganz im Gegensatz zu Ferrari. In der Vorwoche hatte Vettel in Malaysia wegen eines Motordefekts im Qualifying von ganz hinten starten müssen. Das Auto von Teamkollege Kimi Räikkönen wurde schon vor dem Start zurück in die Box gerollt. Schenkt man den Aussagen von Vettel und Ferrari Glauben, war diesmal in Suzuka die Zündkerze nicht voll funktionsfähig.

"Gegen Ende der Runden, um das Auto auf das Grid zu fahren, haben wir schon das Problem bemerkt, und dann in der Formationsrunde. Wir hatten keine Leistung, am Start schon nicht", erklärte Vettel gegenüber deutschsprachigen Reportern. Was genau das Problem ausgelöst hat, wisse man noch nicht. "Motor war nichts, es war eine Zündkerze, war auch eingefahren und alles. Wenn wir es wüssten, hätten wir es vermieden."

Besonders bitter war der Defekt, weil sich Vettel durchaus Siegchancen ausgerechnet hatte - wie schon in Singapur und Malaysia. Die Enttäuschung sei groß, "weil ich glaube, dass ich mit dem Start, den ich hatte, schon vorbeiziehen hätte können", meinte der 30-Jährige. Die im Vergleich zum Samstag höhere Streckentemperatur hätte eventuell ein Vorteil für Ferrari sein können.

Auf den ersten Metern kam er zwar gut weg, konnte dann aber offenbar nicht die volle Leistung abrufen. Ein Fahrer nach dem anderen überholte den Vierfach-Weltmeister, der laut eigener Aussage alles Mögliche versuchte, indem er die Systeme auf Reset schaltete. Dann erreichte ihn der Funkspruch: "Box, Sebastian, Box. Wir müssen das Auto wohl abstellen."

Nach dem Start-Crash in Singapur blieb Vettel also zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt wieder ohne Punkte. Das hatte auch der amtierende Weltmeister Nico Rosberg nicht kommen gesehen: "Eine Riesenenttäuschung, ganz klar. Das ist auch ein sehr harter Moment für den Fahrer", kommentierte Vettels deutscher Landsmann als Sky-Experte.

Vettel hat somit nur noch sehr geringe Chancen, heuer seinen fünften WM-Titel zu gewinnen. Bei 59 Punkten Rückstand müsste er wohl von den noch übrigen vier Rennen mehr als eines gewinnen, Hamilton dürfte hingegen kaum noch Punkte machen. "Ich muss kein Genie sein oder ein Mathematiker", sagte Vettel. Seit 2012 holte der Suzuka-Sieger am Ende des Jahres immer den Titel - auch das spricht für Hamilton.

Zudem lastet sozusagen ohnehin schon der "Ungarn-Fluch" auf Vettel: Seit 2005 wurde der Gewinner des Großen Preis von Ungarn am Jahresende nicht Champion. Vettel gewann heuer am 30. Juli auf dem Hungaroring zum bisher letzten Mal ein Formel-1-Rennen.

Spekulationen, es könnte nach dem jüngsten Zwischenfall personelle Konsequenzen bei Ferrari geben, bezeichnete Vettel als "Quark". "Dass solche Dinge passieren, ist bitter, gerade in so einem Moment. Ich will nicht sagen, es gehört dazu. Ja, manchmal trifft es einen", konstatierte der Deutsche. Vettel gab sich aber unbeirrt: "Wir wissen, wir haben das Paket, um in den letzten vier Rennen gut abzuschneiden. Das ist es, worauf wir uns konzentrieren. Den Rest werden wir sehen."

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