So, 19. November 2017

Urteil in Wien

06.10.2017 15:27

Drei Banküberfälle: Sieben Jahre für 27-Jährigen

Ein Wiener ist am Freitagnachmittag am Landesgericht für drei bewaffnete Banküberfälle zu einer siebenjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Zwei der Raubüberfälle beging der 27-Jährige sogar an einem Tag. Nach Rücksprache mit seinem Verteidiger akzeptierte der Mann die Entscheidung des Schöffensenats. Das Urteil ist rechtskräftig.

"Ich weiß, ich muss bestraft werden. Aber ich bitte Sie um eine letzte Chance, dass ich danach noch eine Perspektive habe", hatte der Angeklagte in seiner Einvernahme erklärt. Er war 15 Jahre alt, als er erstmals vor Gericht landete und für annähernd 150 Einbrüche verurteilt wurde. Drei weitere Vorstrafen wegen Gewaltdelikten folgten. Nachdem er 2013 aus der Haft entlassen wurde, trat der Mann strafrechtlich vorerst nicht mehr in Erscheinung. Er suchte sich einen Job und bemühte sich, eine bürgerliche Existenz aufzubauen.

Bankraub um Geldprobleme zu lösen
Allerdings erlitt er beim Versuch, gemeinsam mit seinem Vater ein Lokal zu betreiben, finanziellen Schiffbruch: "Ich hab' überhaupt keine Lösung gehabt, wie ich die ganzen Erlagscheine zahlen soll." Eineinhalb Monate habe er hin und herüberlegt, seine Geldsorgen mit einem Bankraub zu tilgen, verriet der Mann dem Gericht. Am 12. Juni des heurigen Jahres, nach einem morgendlichen Kaffee und einer ersten Zigarette, habe er sich entschlossen, sein Vorhaben umzusetzen und überfiel eine Bankfiliale in der Millennium City in Brigittenau.




Zwei weitere Überfälle gebeichtet
Seine Fluchtroute hatte sich der Mann auf einem Stadtplan aufgezeichnet, in dem er auch die Polizeiinspektionen markiert hatte, die er unbedingt umgehen wollte. Unmittelbar vor seiner Wohnung erregte er aber die Aufmerksamkeit einer Polizeistreife, die den 27-Jährigen dann letztendlich auch schnappte.

In weiterer Folge legte der Festgenommene eine "Lebensbeichte" ab. Er gab in seiner Einvernahme neben dem aktuellen zwei weitere, fast siebeneinhalb Jahre zurückliegende Banküberfälle zu. "Diese Akten waren schon als ungeklärt abgelegt. Da wäre niemand mehr draufgekommen, wer das war", betonte Verteidiger Wolm.

Zwei Banküberfälle an einem Tag
Gemeinsam mit einem Komplizen hatte der damals knapp 20-Jährige am 9. Februar 2010 in Floridsdorf innerhalb weniger Minuten in zwei Bankfilialen Geld gefordert, wobei er maskiert und mit einer Gaspistole bewaffnet war. Der erste Coup scheiterte, weil sich ihm ein Security-Mitarbeiter in den Weg stellte und es dem offenbar nervös gewordenen Täter nicht gelang, seine Waffe aus dem Hosenbund zu ziehen. Überstürzt flüchtete er, um aus Trotz gemeinsam mit dem Mittäter, der sich draußen mit einem gezückten Messer postiert hatte, um den Tatort abzusichern, die nächstgelegene Bank ums Eck aufzusuchen. Dort hatten die Räuber mehr Glück. Mit mehr als 38.000 Euro gelang ihnen die Flucht.

Angeklagter hat Geld verspielt
Nun dazu befragt, was er mit der Beute gemacht hätte, antwortete der Angeklagte: "Ausgegeben. Automaten gespielt. Viel gespielt. Ich war auch ein bisschen süchtig." Seinen Komplizen, dessen Identität er bisher nicht preisgegeben hatte, wollte er auch in der Verhandlung nicht nennen: "Ich hab' das geplant. Das ist eine junge Familie. Ich will nicht denen ihr Leben zerstören."

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