Mo, 11. Dezember 2017

Mädchen (1) starb

06.10.2017 14:30

Sog erfasste Buggy: "Zug-Tempo nicht reduzieren"

Nach dem tragischen Unfall in Puch bei Hallein, bei dem eine Einjährige ums Leben kam, stellte sich die Frage, ob Güterzüge langsamer als die erlaubten 100 km/h durch Bahnhöfe fahren sollten. Rudolf Schuchter, Landesvorsitzender der Gewerkschaft vida Salzburg, sprach sich dagegen aus. Wenn mehrere Hundert Tonnen schwere Züge das Tempo reduzieren würden, vergehe viel Zeit, was den Personenzugverkehr verlangsamen würde, hieß es am Freitag.

Das Abbremsen der Güterzüge nehme so viel Zeit und Weg in Anspruch, dass schon bald wieder die nächste Haltestelle da sei, wo wieder abgebremst werden müsste. Der Zugverkehr sei so dicht, dass nachfolgende Züge ebenfalls ihre Geschwindigkeit reduzieren müssten und sich folglich die Reisedauer für die Fahrgäste verlängern würde.




"Verkettung vieler unglücklicher Momente"
Dass der Kinderwagen am Bahnsteig in Puch bei Hallein vom Sog eines vorbeifahrenden Güterzuges erfasst wurde, sei wohl die Folge "einer Verkettung von vielen unglücklichen Momenten" gewesen, so Schuchter. Die betroffene Mutter und Familie tue ihm sehr leid. Als nicht unproblematisch bezeichnete er Verbauungen wie Lärmschutzwände an Haltestellen. Aufgrund der Tunnelwirkung würde sich der Sog vorbeifahrender Züge noch verstärken. Eine Erkenntnis aus dem Unfall sei, Reisende über die Gefahren an Bahnsteigen noch mehr aufzuklären, obwohl die ÖBB in diesem Bereich schon viel unternehmen würden, so der vida-Landesvorsitzende.

"Wollen keine Schnellschüsse machen"
ÖBB-Sprecher Roman Hahslinger verwies auf die derzeit laufende Sicherheitskampagne, wo auf die Gefahren an Bahnsteigen hingewiesen wird. Was den Unfall in Puch betrifft, so gebe es Überlegungen, wie man die Sicherheit noch verbessern könnte. "Wir wollen aber keine Schnellschüsse machen, wir warten noch die weiteren Untersuchungen und die Unfallursache ab." Die ÖBB würden immer daran arbeiten, den höchsten Sicherheitsstandard zu erreichen.

Auf die Frage, ob der Wartebereich mit Sitzbänken mit einer größeren Entfernung zur Bahnsteigkante und dem anschließenden Gleiskörper umgestaltet werden sollte - auf dem Bahnsteig in Puch, auf dem die Mutter mit ihren zwei Kindern auf die S-Bahn wartete, betrug der Abstand zur Kante nur rund zweieinhalb Meter - antwortete Hahslinger: Alles, was zu einer weiteren Erhöhung der Sicherheit beitragen könne, fließe in den laufenden Diskussionsprozess ein.

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Redaktion
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