Fr, 15. Dezember 2017

Hausgroßer Brocken

12.10.2017 07:41

Asteroid schrammte Donnerstag knapp an Erde vorbei

Der Asteroid 2012 TC4 hat Donnerstagfrüh in relativ knapper Entfernung unsere Erde passiert - wobei "knapp" rund 43.780 Kilometer bedeutet. Zum Vergleich: Der Abstand Erde-Mond beträgt rund 400.000 Kilometer. Seinen erdnächsten Punkt erreicht der kosmische Brocken Berechnungen zufolge um 7.41 Uhr MESZ. Die am weitesten von der Erde entfernten geostationären Satelliten verfehlt 2012 TC4 gar nur um 8000 Kilometer.

Immer wieder geraten Asteroiden auf Kollisionskurs mit der Erde. Laut der Europäischen Raumfahrtagentur ESA bietet der Vorbeiflug von 2012 TC4 "eine exzellente Möglichkeit, die internationalen Fähigkeiten zur Erkennung und Verfolgung erdnaher Objekte zu testen und unsere Fähigkeiten zu überprüfen, wie wir gemeinsam auf eine reale Bedrohung reagieren können".

Asteroid könnte Erde im Jahr 2079 treffen
Für kosmische Verhältnisse sei die Entfernung von rund 43.780 Kilometern zwar extrem gering, so ESA-Wissenschaftler Detlef Koschny im Vorfeld des Vorbeifluges. Allerdings könnte 2012 TC4 im Oktober 2079 auf die Erde treffen - die Wahrscheinlichkeit liege laut nach momentanen Berechnungen jedoch nur bei 1 zu 2645, so der ESA-Experte.

Himmelskörper wurde bereits 2012 entdeckt
Bei dem kosmischen Brocken handelt es sich um ein zwölf bis 27 Meter großes Objekt, das die Bezeichnung 2012 TC4 trägt. Der Asteroid geriet erstmals 2012 ins Visier von Oberservatorien auf Hawaii. Nach seiner Entdeckung konnte er jedoch wegen des Verlaufes seiner Bahn fünf Jahre lang nicht mehr beobachtet werden.

Zwar deuteten Daten von 2012 auf ein Erscheinen des Asteroiden nahe der Erde hin, doch wie nah er unserem Planeten kommen würde, war unklar. Erst kürzlich konnte 2012 TC4 wieder aufgespürt werden und die Beobachtungen und Berechnungen ergaben, dass der Asteroid bei seinem Vorbeiflug die Erde um rund 44.000 Kilometer verfehlen wird.

Etwa gleich groß wie Tscheljabinsk-Asteroid
2012 TC4 ist etwa so groß wie jener Brocken aus dem All, der am 15. Februar 2013 über der russischen Stadt Tscheljabinsk explodierte und weltweit Schlagzeilen machte. Die Explosion des Asteroiden in der Erdatmosphäre löste damals eine Druckwelle aus, durch die mehr als 1200 Menschen verletzt und rund 5000 Gebäude beschädigt wurden.

Asteroiden gelten als Überbleibsel der Entstehung unseres Sonnensystems vor rund 4,6 Milliarden Jahren. Die meisten von ihnen ziehen fernab der Erde zwischen den Planeten Mars und Jupiter um die Sonne, manche können jedoch auch unserem Heimatplaneten gefährlich nahe kommen. Astronomen nehmen die Umgebung der Erde seit vielen Jahren genau unter die Lupe, um Asteroiden im Anflug möglichst frühzeitig zu entdecken.

Wilhelm Eder
Redakteur
Wilhelm Eder
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