So, 17. Dezember 2017

Monderne Prothese

16.10.2017 06:00

"Denkendes" Knie

Sogar wieder Sport betreiben dank der Weiterentwicklung einer Prothese, die nun dem körpereigenen Gelenk am nächsten kommt.

15.000 Österreicher bekommen jährlich ein neues Kniegelenk. Tendenz steigend. Allerdings würden tatsächlich wesentlich mehr Menschen eine Prothese benötigen. Viele Patienten mit schweren Abnützungen zögern jedoch aus Angst, nachher nicht normal gehen oder ihren Lieblingssport nicht mehr ausüben zu können. Eine neue Technik sollte die Bedenken beseitigen: Das Endoprothesen-System "Evolution".

Prim. Univ.-Doz. Dr. Manfred Weissinger, Leiter der orthopädischen Rehabilitation in Harbach (NÖ), hat bereits Erfahrung damit: "Dieses Implantat ist für mich nicht nur Evolution, sondern eine Revolution! Es handelt sich nämlich um die erste Gelenksprothese, die natürliche Bewegungsabläufe im Knie exakt nachbildet. Sie kommt dem körpereigenen Gelenk derzeit am nächsten, weil sie gleichsam mitdenkt"

Diese Aussage bedarf wohl einer Erklärung. Dr. Weissinger: "Im Vergleich zur viel einfacher funktionierenden Hüfte muss das Kniegelenk eine weit größere Bewegungsvielfalt schaffen. Aktuelle Studien haben dokumentiert, wie diese unterschiedlichen Bewegungen genau ablaufen. Darauf wurde bei der Konstruktion des neuen Systems Bezug genommen."

Was ist nun das Besondere an der neuen Technik?
Dr. Weissinger: "Wir wissen nun, dass die innere Seite wie ein Kugelgelenk beim Beugen und Strecken stabil bleibt. Nur die äußere Seite des Knies bewegt sich vor und zurück. Patienten mit dieser Protheke haben einen natürlicheren Bewegungsablauf und vergessen irgendwann, dass sie nicht mehr mit dem eigenen Kniegelenk unterwegs sind." Das bestätigt auch Oberarzt Dr. Erwin Schwaighofer, Facharzt für Orthopäde in Scheibbs (NÖ): "Den Patienten wird sehr gute Stabilität und ausgezeichnete Beweglichkeit ermöglicht. Das gibt nicht nur die nötige Trittsicherheit, sondern eröffnet auch beste Chancen, wieder viele Sportarten betreiben zu können."

Das ist laut den Fachleuten insoferne wichtig, als geeigneter Sport nach dem Einsetzen eines künstlichen Kniegelenkes nicht nur geduldet, sondern ausgesprochen empfehlenswert ist! Schließlich wird durch Bewegung die Muskelkraft erhalten und auch das Gewicht leichter kontrolliert.

Darf man zum Beispiel wieder Fußball und Tennis spielen?
Dr. Weissinger: "Sportarten, die man früher gut beherrscht hat, können nach Rücksprache mit dem behandelnden Orthopäden nach einer gewissen Zeit wieder betrieben werden. Es ist natürlich Augenmaß angesagt! Besonders geeignet sind hingegen Nordic Walking, Radfahren, Schwimmen und kontrolliertes Skifahren." Wie gut man mit neuen Knien wieder sporteln kann, bestätigt auch die 57jährige Margareth K.: "Ich habe mich wegen massiver Abnützungen mit ständigen Schmerzen nach mehreren Operationen an beiden Knien zum Einsetzen künstlicher Gelenke entschieden. Jetzt führe ich ein neues Leben! Ich kann meinen Beruf als Operationsschwester ungehindert ausüben, aber auch wieder bergwandern und radfahren - beim Zwettler Radmarathon bin ich in meiner Altersklasse sogar Zweite geworden!"

Entscheidend mitgeholfen hat hier allerdings professionelle Rehabilitation im Moorheilbad Harbach. Der Ärztliche Leiter, Prim. Dr. Johannes Püspök: "Moderne OP-Techniken und neue Implantate ermöglichen immer bessere Bedingungen für die unverzichtbare Rehabilitation. In Harbach bieten wir dafür auf die Patienten genau angepasste Konzepte an."

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