Sa, 16. Dezember 2017

Ausreichend trinken

06.10.2017 06:00

In den Bergen droht die Gefahr einer Thrombose!

Dass vor allem Reisende auf Langstreckenflügen gefährdet sind, an einer Thrombose zu erkranken, wissen die meisten bereits. Aber wer hätte gedacht, dass solch ein Blutgerinnsel, welches eine Vene verstopft, auch beim Bergwandern auftreten kann? Gefährlich wird es ab 2500 Metern Seehöhe.

"Innere Austrocknung sowie Verletzungen an den Beinen beim Höhenbergsteigen und Klettern sind die häufigsten Ursachen für Thrombosen", betonte OA Dr. Wolfgang Sturm vom Department für Innere Medizin der Universitätsklinik Innsbruck anlässlich der Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie. Einerseits steige der Flüssigkeitsbedarf mit zunehmender Höhe, andererseits sei natürlich auch die körperliche Anstrengung an sich leicht Auslöser für eine "Eindickung" des Blutes mit erhöhter Gefahr der Ausbildung von Blutgerinnseln in den Venen. Diese Thromben können im schlimmsten Fall aus den Beinvenen in den Lungenkreislauf gelangen und dort eine unter Umständen lebensgefährliche Embolie auslösen.

"Die wichtigste Prophylaxe ist ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Etwa zwei bis drei Liter Getränke sollten Höhenwanderer unbedingt dabeihaben", so der Facharzt. Oder man versorgt sich bei Stopps auf Hütten mit der entsprechenden Menge. Nicht verhindern lassen sich hingegen Verletzungen, die das Blutgerinnungssystem aktivieren und damit unter Umständen zur Bildung von Thromben beitragen. Bei verdächtigen Symptomen am Berg - vor allem Atemnot und Brustschmerzen - ist sofort medizinische Hilfe (Bergrettung) notwendig.

Das Risiko für Thromboembolien steigt aber auch mit dem Lebensalter, mit zunehmendem bzw. erhöhtem Körpergewicht und Grunderkrankungen, zum Beispiel speziell mit bereits vorliegenden Venen- oder Herz-Kreislauf-Leiden.

Wer ausgedehnte und mehrtägige Bergtouren in höheren Lagen plant, sollte am besten seinen Arzt zu Rate ziehen. "Es gibt eine medikamentöse Prophylaxe. Diese erfolgt durch Heparin-Selbstinjektion oder die Einnahme von Medikamenten in Tablettenform", berichtete Dr. Sturm.

Monika Kotasek-Rissel, Kronen Zeitung

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