Mi, 22. November 2017

Medizin mit Spaß

08.10.2017 06:00

Warum Sex so gesund ist

Erst einmal, weil uns alles guttut, was uns Freude beschert und glücklich macht. Und wegen vieler anderer Gründe: Die Körperabwehr wird angeregt, das Herz-Kreislaufsystem kommt in Schwung, Kopfweh verschwindet und sogar die Prostata profitiert von regelmäßiger Liebe...

Nehmen wir zunächst einmal das Immunsystem als Beispiel. Dieses profitiert von der Hormonausschüttung genauso wie vom Keimaustausch. Klingt nicht so romantisch, wirkt aber. Allein beim Küssen wechseln rund 4000 Bakterien von Mund zu Mund, was wie eine Art natürlicher Impfung wirkt und antimikrobielle Enzyme im Speichel aktiviert. Wer regelmäßig Sex hat, leidet seltener an Kopfschmerzen. Das haben deutsche Forscher der Universität Münster herausgefunden. 60 Prozent der Migränepatienten können damit ihrem Leiden entgegenwirken. Allerdings gab es auch ein Drittel der Probanden, bei denen sich die Beschwerden durch sexuelle Aktivität verschlechterten. "Liebling, heute nicht, ich hab Kopfweh", ist bei diesen Patienten dann keine Ausrede.

Drei Mal wöchentlich kann vor Herzinfarkt schützen
Beschleunigter Puls- und Herzschlag regt die Durchblutung und Sauerstoffaufnahme an. Outdoor-Sex oder zumindest ein offenes Schlafzimmerfenster wären also durchaus eine gesundheitliche Option - sind aber leider ein Störfaktor für Nachbarn und Spaziergänger. Aber auch im trauten Kämmerlein können gesteigerte Stoffwechselaktivitäten auf der Positivliste vermerkt werden. Sogar ein gewisser Herzschutz lässt sich erreichen. Dr. Reed Moskowitz vom Stress Disorders Medical Service in New York hat mit seinem Team nachgewiesen, dass Sex Spannungen löst und die Wirkung des Stresshormons Adrenalin mildert. Männer, die drei- bis viermal pro Woche zugange sind, erkranken seltener an Herzinfarkt und Schlaganfall. Geradezu als Prophylaxe gegen Prostataprobleme lässt sich der männliche Samenerguss einsetzen, wenn man verschiedenen Studien Glauben schenkt. Wie das Fachmedium "New Scientist" (GB) berichtet, hält die Entleerung der Vorsteherdrüse zweimal pro Woche das Prostatagewebe elastisch und entfernt schädliches Zellmaterial gleich mit.

Missionarsstellung ist wie langsames Gehen
Was trotz aller Jubelmeldungen nicht vergessen werden darf: "Rund 40 Prozent aller Frauen und ein Drittel der Männer leiden in Österreich an Sexualstörungen", so Univ.-Prof. Dr. Michaela Bayerle-Eder, Sexualmedizinerin und Internistin an der MedUni Wien. Dazu gehören vor allem Lustlosigkeit, Scheidentrockenheit und Erektile Dysfunktion. Verschweigen bringt nichts, sondern facht die Probleme noch weiter an. Zudem es sich auch um Anzeichen körperlicher Krankheiten handeln kann (Diabetes, Gefäßverengung, Hormonveränderungen etc.). Mittlerweile gibt es zahlreiche gute Therapiemethoden. Ja, natürlich verbrennt man beim Liebesakt Kalorien, er macht aber leider auch hungrig. Als "Sexdiät" zum Schlankwerden ist das Liebesspiel daher eher nicht so gut geeignet - ein "Durchgang" in der Missionarsstellung kann höchstens mit einer sportlichen Leistung von langsamem Gehen verglichen werden. Mit Küssen kommt man nur auf bis zu 12 Kalorien pro intensivem Geknutsche. Bringt aber unvergleichlich viel Lebensfreude! Und die animiert bekanntlich zu einem bewussteren, lustbetonten Lebensstil.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

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