Sa, 16. Dezember 2017

Aus Politik & Co.

05.10.2017 10:08

Experten-Meinungen rund um den Welttierschutztag

Den Welttierschutztag am 4. Oktober nahmen auch in diesem Jahr zahlreiche Experten zum Anlass, um sich an die Öffentlichkeit zu richten und die aus ihrer Sicht wichtigsten Themen und größten offenen Fragen zu diskutieren.

Die Österreichische Tierärztekammer
"Wir Tierärzte werden in der täglichen Praxis sehr häufig mit sogenannten 'Billigwelpen' konfrontiert. Die Jungtiere werden oftmals über das Internet vermittelt, wechseln den Besitzer auf einem Parkplatz und landen ein paar Tage später todkrank in unseren Ordinationen. Dahinter stecken Tierleid und Profitgier. Die Drahtzieher dieses illegalen Geschäftes auszuforschen ist leider meist schwierig. Durch unsere Bewusstseinskampagne zum "Illegalen Welpenhandel" wollen wir künftige Hundebesitzer warnen und informieren", so Präsident Kurt Frühwirth.

SPÖ-Tierschutzsprecher Dietmar Keck:
Viel Desinformation sieht SPÖ-Tierschutzsprecher Keck bei der Debatte um das neue Tierschutzgesetz. "Wir wollen seriöse Vereine, die Tiere in Not vermitteln", betonte er am Mittwoch im Nationalrat. "Es kann nicht sein, dass unsere Tierheime unter den Praktiken unseriöser Tierschutzvereine zu leiden haben. Gesetzliche Regelungen und Kontrollen bei der Vermittlung waren dringend notwendig."

Udo Guggenbichler, FPÖ:
Der Tierschutzsprecher der FPÖ-Wien, Udo Guggenbichler wisse, dass es aktuell viel in Sachen Tierschutz zu tun gibt. Dier FPÖ sei mit der Tierschutznovelle 2017 aus zahlreichen Gründen unzufrieden. Einerseits sei das neue Verbot, Tiere im Internet anzubieten, grundsätzlich zu begrüßen, wenn es den Welpenhandel aus Osteuropa eindämmt. "Das Gesetz schießt aber weit übers Ziel hinaus, denn es verbietet auch seriösen Tiervereinen die Vermittlung herrenloser Tiere. Das ist eine sinnlose Schikane", kritisiert Guggenbichler. Außerdem fordert Wiens Vizebürgermeister Johann Gudenus einen Ausbau der "Hundefreundlichen Stadt Wien".

ÖVP-Tierschutzsprecher Franz Eßl:
"Ernst gemeinter Tierschutz ist auch beim Kaufverhalten gefragt", fordert Eßl ein höheres Konsumbewusstsein ein. "Wer auf heimische Qualität beim Kauf von Lebensmitteln achtet, ist daher auf der sicheren Seite", verweist Eßl auf die hohen Standards im Tierhaltungsbereich, aber auch bei der Verarbeitung. Die heimischen Bauern leben von artgerechter Tierhaltung, die in den Betrieben steigende Investitions- und Betriebskosten verursacht. "Wer es mit dem Tierschutz ernst meint, muss daher auf heimische und regionale Produkte setzen."

Die Grünen
Aus Anlass des Welttierschutztages forderten die Kärntner Grünen bessere Haltungsbedingungen für Nutztiere, die Abschaffung der Massentierhaltung, mehr Förderung für gute Tierhaltung und umfassende Umstellung auf Bio. Der Tierschutzexperte Alexander Rabitsch regt sogar einen Tierschutz-Maßnahmeplan an, der schrittweise die Tierschutzstandards verbessern soll.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).