Mi, 22. November 2017

In Australien

07.10.2017 14:16

Abenteuer Queensland

Das tropische Queensland hat sowohl für Urlauber als auch für Backpacker viel zu bieten. Der australische Bundesstaat vereint Outback, Strand, Riff und Inseln.

Mit schäumender Kielwelle brettert das Boot über das glasklare und in der Ferne türkisfarben schimmernde Wasser. Vor wenigen Minuten sind wir aus dem Hafen von Cairns an der Nordküste von Queensland ausgelaufen. Wie eine grüne fein bemalte Leinwand gleitet jetzt der Regenwald am Oberdeck der Fähre entlang, bis sich das Schiff von der Küste abwendet und auf eine Insel in der Ferne zusteuert. Fitzroy Island ist ein kleines 4-Sterne-Resort mitten in einem Paradies. Korallenriffe, die zum Gebiet des Great Barrier Reef gehören, umranden die Küste und laden zum Schnorcheln und Tauchen in der Unterwasserwelt ein. Auf der Insel selbst kann man auch wunderbar wandern. Es gibt vier Wanderwege mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad, die durch tropischen Regenwald und vorbei an weißen Sand-und Korallenstränden führen.

Der nächste Tag mit einem morgendlichen Spaziergang zum Leuchtturm an der Nordwestspitze und zum höchsten Punkt der Insel. Während sich die Sonne langsam aus dem Meer erhebt und die ersten Strahlen die höchsten Baumwipfel streifen, erwacht auch der Regenwald langsam zum Leben. Kurz darauf legt das Schiff bereits wieder ab. Zurück am Festland, geht es weiter zu Hartley’s Crocodile Adventures, zwischen Cairns und Port Douglas.

In fünf unterschiedlichen Zonen genießen australische Tiere hier ein Leben in ihrer natürlichen Umgebung. Mit kleinen solarbetriebenen Booten kommen Besucher vor allem Krokodilen ganz nahe und erleben, wie schnell die prähistorischen Tiere attackieren können. In erster Linie will der Park über die Tiere aufklären. Koalas kommt man hier zum Greifen nahe. Als Touristenattraktion will man sie hier aber nicht verstanden wissen. Queensland ist der zweite australische Bundesstaat, der Koalas zu den gefährdeten Tierarten erklärt hat. Darum gelten für ihre Haltung strenge Regeln.

Für einen unberührten Blick auf den ältesten Regenwald der Welt besuchen wir den Daintree-Nationalpark für ein aufregendes Seilrutschen-Abenteuer. Bei den "Jungle Surfing Canopy Tours" erlebt man das UNESCO-Weltkulturerbe aus einer neuen Perspektive: von oben - ein unglaubliches Erlebnis, bei dem es sich allemal auszahlt, die eigene Höhenangst zu bezwingen. Im nahegelegenen Daintree Discovery Centre erfährt man zudem Wissenswertes über die Artenvielfalt im mehr als 730 km2 großen Nationalpark.

Am Lagerfeuer im Cape Tribulation Beach House mitten im Regenwald neigt sich der Tag dem Ende zu. Die Anlage ist mit ihren kleinen Holzhütten einfach, aber dafür umso gemütlicher. Der Sandstrand ist traumhaft schön, doch wegen der Krokodile und Stachelrochen ist hier Schwimmen verboten. Hierher kommen Besucher aber ohnehin wegen etwas anderem: Am Cape Tribulation, einer Landzunge an der Ostküste Australiens, treffen das Great Barrier Reef und der Daintree Regenwald aufeinander - der einzige Ort weltweit, an dem sich zwei Welterbestätten berühren. Mit dem Segelboot geht es zu einem nahegelegenen Riff, wo man die bunte und artenreiche Unterwasserwelt schnorchelnd entdecken kann. Hier trifft man auch auf Wasserschildkröten, die - von Menschen sichtlich unbeirrt - an den Touristen vorbeischwimmen und regelrecht für die gezückten Unterwasserkameras zu posieren scheinen.

Mit dem Auto geht es weiter nach Atherton, einer Stadt 50 km südwestlich von Cairns. Wir besuchen Margit Cianelli in ihrem Haus. Schritt für Schritt geht es eine Wendeltreppe hinab, vorbei an schönen Gästezimmern ins Wohnzimmer. Durch eine Glastür am rechten Ende des Zimmers zeichnet sich ein großer Garten ab, links wartet ein reichlich gedeckter Mittagstisch, und inmitten des Raumes steht ein Känguru.

Das Tier ist noch ganz klein und blickt uns Besucher mit großen Augen an, bevor es weiter an seinen Blättern frisst. "Das ist 'Lili'", erklärt Margit Cianelli gelassen und bittet zu Tisch, als wäre der Anblick ein Alltäglicher. Für sie ist es das auch. Margit wurde in der Stuttgarter Wilhelma zur Tierpflegerin ausgebildet. Heute kümmert sie sich in ihrer Lodge um kranke und verwaiste Kängurus. Vor allem Baumkängurus haben es ihr angetan. Wer sich in ihren Bed-&-Breakfast-Zimmern einquartiert, erlebt die Tiere so nahe und intensiv wie wohl sonst nirgendwo - ein Geheimtipp für Tierfreunde!

Überhaupt ist das tropische Queensland ein heißer Tipp für Naturfreunde. Jeden Tag wartet hier ein anderes Highlight. Langweilig wird Urlaubern hier bestimmt nicht. Also planen Sie sehr viel Zeit ein!

Ed Ricker, Kronen Zeitung

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