Sa, 16. Dezember 2017

Kemzura-Nachfolger

05.10.2017 09:17

Matthias Zollner neuer Chef der Basketball-Herren

Matthias Zollner ist neuer Teamchef der österreichischen Basketball-Herren. Der 36-jährige Deutsche tritt die Nachfolge des Litauers Kestutis Kemzura an, der zwei Sommer lang im Amt war. Sein Vertrag läuft laut ÖBV-Präsident Hubert Schreiner vorerst bis zum Ende der ersten Phase der WM-Qualifikation (Anfang Juli 2018, Anm.), in der es gegen Serbien, Deutschland und Georgien geht.

Kemzura (47) musste das Engagement in Österreich beenden, weil es mit den Aufgaben als Assistant-Coach bei Darüssafaka Istanbul nicht länger vereinbar ist. Er erhielt keine Freigabe. Das hängt mit den vom Weltverband FIBA neu geschaffenen Nationalteam-"Fenstern" zusammen, von denen zwei - jene im November und im Februar - in die dann laufende Saison der Klubmannschaften fallen.

Kemzura hat Österreichs Herren in der Qualifikation zur EuroBasket 2017 (2:4-Siege) und im vergangenen Sommer in der erfolgreichen Vorqualifikation zur Weltmeisterschaft 2019 (3:1-Siege) betreut. In der ersten Runde der WM-Qualifikation hat nun Zollner das Kommando. Der ÖBV habe mit dem 36-Jährigen "einen ausgewiesenen Fachmann verpflichtet, der noch dazu den österreichischen Basketball sehr gut kennt", betonte Präsident Schreiner.

Zollner: "Große Ehre für mich"
Die österreichische Nationalmannschaft habe sich in der jüngeren Vergangenheit "extrem weiterentwickelt", sagte Zollner nach seiner Bestellung. "Es ist eine große Ehre für mich, an der Fortsetzung dieser Entwicklung teilhaben zu dürfen." Teamchef zu sein, sei "eine sportliche Herausforderung". Dass es zum Start im November vor den ersten zwei Spielen in der WM-Qualifikation nur eine sehr kurze Vorbereitungszeit gebe, "macht die Aufgabe umso schwieriger". Zollner kündigte an, umgehend "den Kontakt zu allen Spielern" ebenso wie zu den Vereinen - zwecks enger Zusammenarbeit - suchen zu wollen.

Der Neo-Teamchef war im Sommer 2012 Assistant-Coach von Svetislav Pesic bei der deutschen Herren-Nationalmannschaft. Von 2013 bis Mitte Februar 2016 betreute er die Güssing Knights, die er 2014 zum Meistertitel und im Jahr darauf zum Double führte. Hinzu kamen erfolgreiche Auftritte auf der europäischen Bühne in der EuroChallenge (Top 16) und im Europe Cup (Top 32) der FIBA. Aus Güssing kennt Zollner außerdem die ÖBV-Internationalen Thomas Klepeisz und Moritz Lanegger.

Der 36-Jährige wird mit seiner Mannschaft erstmals am 20. November zusammentreffen, wenn die Vorbereitung auf die ersten zwei Spiele der WM-Qualifkation startet. Nur vier Tage später geht es in Belgrad bereits gegen Vize-Europameister, Vize-Weltmeister und Olympia-Silbermedaillengewinner Serbien. Im ersten Heimspiel empfängt Österreich am 27. November (Multiversum Schwechat) mit Deutschland die Auswahl aus Zollners Heimatland, was dem Schlager der Gruppe G wohl noch zusätzliche Brisanz verleihen wird.

Spieler dankbar
Er sei "dankbar für die zwei Sommer mit Kemzura", reagierte Rasid Mahalbasic auf den Wechsel an der Spitze des Betreuerstabes. Umstände, die nicht zu beeinflussen gewesen seien, hätten eine Weiterverpflichtung des Litauers, der in der Vergangenheit auch Klubtrainer des ÖBV-Centers war, nicht ermöglicht. "Jetzt freue ich mich auf die Zusammenarbeit mit Matthias Zollner."

Er erinnere sich an die "sehr erfolgreiche gemeinsame Zeit" in Güssing, reagierte Thomas Klepeisz auf die Bestellung des neuen Teamchefs. "Ich hoffe, dass wir daran bei der Nationalmannschaft anschließen können." Der Guard vergaß nicht anzumerken, "bei Kemzura viel gelernt" zu haben. Die Verpflichtung seines ehemaligen Klub-Coaches Zollner, dessen Philosophie er natürlich kenne, sei "eine weitere gute Entscheidung des ÖBV".

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