Sa, 16. Dezember 2017

Gericht

04.10.2017 21:57

Bedingte als geringeres Übel

Den BMW des Vaters schnappte sich Ende November ein führerscheinloser Kfz-Mechaniker (19) für eine Spritztour mit seinen beiden Cousins durch Salzburg-Maxglan. Mit fatalem Ende: Er prallte gegen Betonträger, Zaun und Baum - mit Tempo 85 in der 30er-Zone. Er gestand und ist schuldig gesprochen worden.

Vier Monate auf Bewährung lautete das nicht rechtskräftige Urteil von Richter Christian Ureutz wegen fahrlässiger Körperverletzung. "Das wird aber noch das geringste Problem sein", so Ureutz zum Angeklagten im Salzburger Landesgericht. Dem steht nämlich noch ein langwieriger Schadensersatz-Prozess bevor. Denn seine beiden Cousins, die Opfer des Unfalls, haben körperlich noch mit den Folgen zu kämpfen: Leisten-, Becken- und Schädelbruch lauteten die Verletzungen beim 19-Jährigen, drei Wochen lag dieser im Spital. Das ältere Opfer (23) war sogar 17 Tage im Koma - aufgrund eines schweren Schädel-Hirn-Traumas. Beide belasten ihren angeklagten Verwandten, meinten: "Er ist schon oft mit dem Auto gefahren." Davon gäbe es sogar Selfie-Videos. Dies hatte der unbescholtene Mechaniker-Lehrling anders dargestellt: Einen Führerschein habe er nicht, damals sei er gerade mit dem theoretischen Teil fertig gewesen. Und: "Ich bin nie mit einem Auto gefahren", so der Salzburger mit türkischen Wurzeln. An jenem Abend des 19. November 2016 habe er die Auto-Schlüssel seines Vaters genommen. "Ich habe selbst beschlossen zu fahren." Verteidigerin Petra Patzelt: "Eine kurze Dummheit und das Leben schaut ganz anders aus." Die zugesprochenen 500 Euro Teil-Schmerzensgeld sind nur ein Bruchteil dessen, was noch auf ihn zukommen wird.

Antonio Lovric, Kronen Zeitung

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