Sa, 16. Dezember 2017

"Graue Eminenz"

04.10.2017 16:19

BMI-Kabinettschef über Terror und "schwersten Tag"

Er gilt als graue Eminenz im Innenministerium, kennt viele Geheimnisse: Nach fast zehn Jahren als Kabinettschef hört Michael Kloibmüller in dieser Funktion auf. Im "Krone"-Interview erzählt der 47-Jährige, warum er mehr auf sein Herz hören muss, über den schwersten Tag und wie viele Terroranschläge bisher verhindert wurden.

"Krone": Warum hören Sie auf?
Michael Kloibmüller: Zehn Jahre sind sehr lange, im Innenministerium zählt die Zeit doppelt. Und auch aus gesundheitlichen Gründen. Denn nach einem Belastungs-EKG fürs Herz im Mai wurde ich gleich operiert, bekam zwei Stents.

Was war die schlimmste Geschichte in Ihrer Amtszeit?
Wie ich mit der damaligen Innenministerin Johanna Mikl-Leitner nach dem Amoklauf von Annaberg bei den Familien der drei toten Polizisten zu Hause war. Menschlich für mich der schwerste Tag.

Sie waren mehrmals im Fokus von Ermittlungen?
Das Innenministerium steht immer in der Öffentlichkeit. Aber alle Verfahren (ca. 15) wurden eingestellt.

Wie hat sich die Sicherheitslage verändert?
Die Kriminalitätszahlen gehen nach unten. Woran wir arbeiten müssen, ist das subjektive, nicht messbare Sicherheitsgefühl.

Wie viele Anschläge in Österreich wurden verhindert?
Es gibt klare Hinweise, dass ein heuer festgenommener 17-Jähriger Terroranschläge vorbereitet hat.

Was sagen Sie zum Polit-Klima und dem "Kern-Dossier" (Stichwort Prinzessin)?
In der SPÖ gibt es zwei Flügel. Verteidigungsminister Hans Peter Doskozil ist pragmatisch, die Kanzler-Seite wenig konstruktiv. Der Verfasser des Schriftstückes hat ihn offenbar gut gekannt ...

Was werden Sie künftig mit mehr Zeit tun?
Mich mehr um meine zwei kleinen Kinder kümmern und auf mein Herz hören.

Welche Geheimnisse der Republik nehmen Sie mit?
Alle! (lacht) Und ich werde kein Buch schreiben.

Auch wenn Kloibmüller als Kabinettschef nun das Feld räumt, bleibt er dem Innenministerium als Sektionschef verbunden.

Interview: Christoph Budin

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