Mo, 11. Dezember 2017

Mehr Integration:

03.10.2017 21:13

Kaum jede zweite Zuwanderin hat einen Job

Wo Integration in Oberösterreich funktioniert, sieht man an den Arbeitsmarkt-Zahlen: Bei Ex-Jugoslawen ist die Arbeitslosenquote zwar doppelt so hoch wie bei Österreichern, aber die Erwerbsquote ist - auch bei den Frauen mit 62 Prozent - vergleichsweise hoch. Die allermeisten Türkinnen und Tschetscheninnen sind daheim.

Nur 42 Prozent der Türkinnen gehen einem Job außerhalb der Familie nach, und nur 22 Prozent sind arbeitslos gemeldet - der Rest, das ist mehr als jede Dritte, fällt aus dem System. Ähnlich schaut’s bei den Russinnen - und das sind fast alles Tschetscheninnen - aus: Kaum 41 Prozent von ihnen sind berufstätig, und nur 24 Prozent sind auch offiziell auf Jobsuche.

Lange da, nie angekommen
"Viele Zuwanderer sind, obwohl sie schon lange hier sind, noch nicht in unserer Gesellschaft angekommen", will jetzt Integrationslandesrat Rudi Anschober, wie berichtet, eine Offensive starten, um gerade die Tschetschenen und Türken mehr einzugliedern. Und bei den Frauen macht man den Anfang, da sie am meisten unter den traditionellen Lebensweisen der alten Heimat leiden, oft vom öffentlichen Leben abgeschottet sind.

Ex-Jugoslawen gut eingelebt
Dass es klappen kann, zeigen die Ex-Jugoslawen: 62 Prozent der Frauen arbeiten, zehn Prozent suchen einen Job. Damit liegen sie knapp hinter den Österreicherinnen, von denen fast
72 Prozent berufstätig und 4 Prozent auf Jobsuche sind.

Türken vor Tschetschenen
Bei den männlichen Zuwanderern gehen 76 Prozent der Ex-Jugoslawen einem Job nach, bei den Türken sind es 72 Prozent. Die Arbeitslosenquoten liegen hier bei knapp neun und 15 Prozent. "Bei den Tschetschenen gibt’s mit der Arbeitslosigkeit das größte Problem", weiß auch Anschober. Von dieser Zuwanderer-Gruppe, die in OÖ in Summe 4000 Menschen umfasst, gehen nur 46 Prozent der Männer einem Job nach, 31 Prozent sind beim AMS gemeldet. Auch hier soll die "Integration 2.0" greifen.

Markus Schütz, Kronen Zeitung

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