So, 19. November 2017

„Krone“-Ombudsfrau

04.10.2017 14:11

Keine Gratis-Zahnspange für Sohn von Leserin

Obwohl er ein "klarer Fall" für eine von der Krankenkasse bezahlte Zahnregulierung ist, kam der Sohn (13) von Doris B. nicht in den "Genuss" einer Gratis-Zahnspange. Grund: Die behandelnde Zahnärztin erfüllte die dafür notwendigen Kriterien nicht. Die Kosten von 4300 Euro musste Frau B. deshalb zur Gänze selbst tragen!

Bereits ihr Kassen-Zahnarzt stellte fest: Der Sohn von Doris B. kommt für die Gratis-Zahnspange infrage. Weil der Arzt dem 13-Jährigen vier gesunde Zähne ziehen wollte, wechselte Frau B. zu einer privaten Dentistin. Diese reichte bei der Wiener Gebietskrankenkasse (WGKK), wo die Niederösterreicherin und ihr Sohn versichert sind, den Antrag für die kostenlose Spange ein. "Wir wurden kurz darauf ins Zahnambulatorium der Kasse bestellt, wo bestätigt wurde, dass mein Sohn ein ‚klarer Fall‘ für die Gratis-Zahnspange ist", so Frau B. Sie merkte an, dass sie bei einer Privatärztin sei. "Es hieß, das sei kein Problem." Der Schreck bei der Leserin war daher umso größer, als ihr eröffnet wurde, dass keine Kosten übernommen werden. Grund: Der Sohn erfülle zwar alle Kriterien, nicht aber die private Zahnärztin. Diese verfüge nicht über die nötige Qualifikation. Weil die 4300 Euro für die Alleinerzieherin viel Geld sind, wandte sie sich an uns.

Zahnärztin erfüllte Kriterien nicht, Leserin musste volle Kosten tragen
Die WGKK teilte der Ombudsfrau auf Anfrage mit, eine Kostenübernahme sei nicht möglich, solange der Sohn der Leserin bei der Zahnärztin behandelt werde, da diese nicht die Voraussetzungen erfülle. Zahnärzte müssen nämlich bestimmte Ausbildungs- und Berufserfahrungsnachweise erbringen. Und ihre Honorare sowie deren Veränderungen online auspreisen. Diese Regelung sei für alle Gebietskrankenkassen einheitlich.

Ein Zahnarztwechsel war aber kein Thema, da ein Teil der Rechnung schon bezahlt war. Die Gesamtkosten musste die Leserin deshalb zur Gänze selbst tragen. "Ich bin sehr enttäuscht, dass es nicht einmal die Möglichkeit gab, mir zumindest einen Teil der angefallenen Kosten zu ersetzen." Hätte man Frau B. nicht schon im Kassenambulatorium über die Kriterien aufklären können?

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