Mi, 22. November 2017

Mehr Schadstoffe

04.10.2017 06:00

Klimawandel macht auch die Lunge krank

Temperaturanstiege und Hitzewellen, wie wir sie auch heuer wieder erlebt haben, machen mit ihren Folgen auch vor den Atemwegen nicht Halt. Sie erhöhen die Pollenkonzentrationen und neue Pflanzen werden bei uns heimisch. An heißen Tagen steigen Schadstoffemissionen wie Ozon, Feinstaub, sowie Stickoxid aus Abgasen sowie Industrie und belasten die Atemwege.

Die Auswirkungen: Allergien haben massiv zugenommen. Knapp 15 Prozent der untersuchten Bevölkerung zeigen keine normal entwickelte gesunde Lunge, wie aus der Langzeitstudie zur österreichischen Lungengesundheit (LEAD) hervorgeht. In Europa wird bis 2030 die Zahl der Spitalsaufnahmen aufgrund von Klimaeffekten von 11.000 auf 26.000 pro Jahr steigen.

Kinder und Jugendliche sind stärker von Atemwegserkrankungen betroffen als ältere Menschen. "Wir finden bereits bei 13 Prozent dieser jungen Menschen klinisch relevante Lungeneinschränkungen, die mittels Medikamenten nicht normalisiert werden können", warnte die Leiterin der LEAD-Studie Prim. Ass.-Prof. Dr. Sylvia Hartl auf einer Pressekonferenz in Wien. Daten aus anderen Langzeitstudien weisen drauf hin, dass Lungenerkrankungen in der Kindheit und Jugend die wichtigsten Wegbereiter für spätere chronische Leiden dieses Organes sind. Allergien stellen übrigens die stärksten Risikofaktoren dar, um in der Folge Asthma zu entwickeln.

"Unsere Aufgabe ist es, die gesundheitlichen Zusammenhänge zu erkennen und diese Informationen der Politik zur Verfügung zu stellen, aber auch Risikogruppen einer verbesserten Diagnostik und Therapie zuzuführen", meint Dr. Hartl abschließend.

Eva Rohrer, Kronen Zeitung

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