So, 19. November 2017

Wilde Raufereien

03.10.2017 09:29

Katzencoach Petra Ott „flüstert“ mit tauben Kater

In Österreich gibt es nur eine Handvoll Tiercoaches, die auf Katzen spezialisiert sind, aber doppelt so viele Katzen wie Hunde. Dabei klagen viele Halter über Probleme im Zusammenleben mit ihren Stubentigern - so wie junge Katzeneltern, die ihrem taub geborenen Liebling "Nello" durch einen Artgenossen mehr Sicherheit schenken wollten - leider ging dieses Vorhaben erst einmal kräftig nach hinten los. Sie holten sich kompetente Hilfe ins Haus - den diplomierten Katzencoach Petra Ott.

Der weiße und leider taube Kater "Nello" überraschte seine zweibeinigen Eltern damit, dass er nur selten ruhig liegen konnte, sich vor seinem eigenen Schatten erschrickt, alles umwirft was ihm im Weg steht und dabei laut schreit. Schnell war die Idee geboren, ihm einen Artgenossen an die Seite zu stellen - ein zweites Katerchen aus dem TierQuarTier Wien kam ins Haus.

Taube Katzen haben andere Bedürfnisse
Obwohl es am ersten Tag nicht so schlecht aussah mit der Katzenfreundschaft, war der Friede am zweiten schon vorbei - wilde Raufereien lagen waren Programm, den Katzenbesitzern blieb nur die räumliche Trennung der beiden Stubentiger. Natürlich kein Dauerzustand, man rief Petra Ott zu Hilfe. "Es wurde übersehen, dass man eine taube Katze anders konditionieren muss als eine hörende. Natürlich reagiert der kleine 'Nello' nicht auf Rufe oder Klatschen. Das Pfauchen von seinem Artgenossen 'Casper' hört er leider auch nicht."

Die Expertin arbeitete mit den Besitzern einen speziellen Trainingsplan für taube Katzen aus. "Nello" soll gelobt und auch gemaßregelt werden, damit er die Sicherheit bekommt, die er benötigt. "Taube Katzen sind in der Regel mit ihrer Wortgebung viel lauter, ebenso schmeißen sie oft sehr viele Gegenständen zu Boden. Sie versuchen sich so Gehör zu verschaffen. Weil sie sich selbst nicht hören, entsteht dabei auchviel Krach. Hörende Katzen machen das nicht, weil sie sich sonst selbst erschrecken würden", erklärt Ott.

Gute Prognose für "Nello" und "Casper"
Die Katzenexpertin ist zuversichtlich, was das künftige Zusammenleben von "Nello" und "Casper" betrifft: "Es sind zwei sehr junge Kater, und ich glaube sie haben gute Chancen, sich gut zu vertragen. 'Nello' wird sich an seinem Artgenossen orientieren." Für den tauben Stubentiger gibt es ein spezielles Beschäftigungsprogramm, auch der Hörende wird ausgepowert - "Wenn die Hierarchie zwischen den beiden erst einmal ausgemacht ist, dann tun sie sich auch sehr gut", schließt Petra Ott.

Katzencoach beim Vortrag live erleben
Ihre jahrelange Erfahrung teilt Petra Ott gerne mit Interessenten: Am 11. Oktober wird die "Katzenflüsterin" einen Vortrag im TierQuarTier Wien in 1220 Wien, Süßenbrunnerstraße 101 halten (18:45 Uhr) - es geht dabei um ältere Katzen und wie sich ihr Verhalten und ihre Bedürfnisse ändern. Anmeldung bitte per Mail unter marketing@tierquartier.at.

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