Mi, 22. November 2017

Flugpolizei:

01.10.2017 16:08

Wo Polizisten zum Höhenflug starten

Sie jagen Verbrecher, suchen Vermisste oder bringen die Cobra rasch zu jedem Einsatzort in Österreich: Die 41 Piloten unserer Flugpolizei. Ausgebildet werden diese Profis im niederösterreichischen Bad Vöslau.

Unsere Sicherheit ist ihr(e) Beruf(ung): Die Männer und Frauen der Flugpolizei sind 365 Tage im Jahr rund um die Uhr im Dienst. Mit 16 Helikoptern starten sie von neun über Österreich verteilten Stützpunkten zu ihren Einsätzen. Die Aufgaben, die sie zu erfüllen haben, sind vielfältig. "Wir führen Bergungen im alpinen Gelände ebenso durch wie die Suche nach Vermissten. Auch Löschflüge oder die Fahndung nach Kriminellen gehören dazu. Außerdem gibt es eine enge Kooperation mit der Eliteeinheit Cobra", berichtet Werner Senn. Der Tiroler - er machte sich 1999 als Einstatzleiter in Galtür einen Namen - begann seine Karriere als Flugretter, absolvierte später ein Jus-Studium sowie die Pilotenausbildung und ist nun oberster Chef der Flugpolizei. Senn betont auch, dass Draufgänger keinen Platz im Cockpit haben: "Wir brauchen ausgeglichene, belastbare Polizisten, die Begeisterung fürs Fliegen mitbringen."

Wer ins Cockpit eines Polizeihubschraubers will, muss hohe Hürden überwinden. "Zwei Jahre Streifendienst sind Grundvoraussetzung", weiß Ausbildungsleiter Michael Korvas: "Danach ist ein psychologisches und medizinisches Auswahlverfahren Pflicht."

Das wiederum bestehen gerade einmal sechs Prozent aller Bewerber. Zwei dieser Glücklichen sind Michael Seebacher und Lukas Danninger. Seebacher absolvierte die HTL und ging dann zur Exekutive. Auf die Idee gebracht hatte ihn sein Onkel, ebenfalls Exekutivbeamter mit Leib und Seele. Eine Pilotenlizenz hatte er vorher nicht. Nach mehreren Jahren im Alpindienst schaffte der 29-jährige Revierinspektor die Aufnahme bei der Flugpolizei.

Sein Kollege Lukas Danninger dagegen machte eine Zimmerer-Lehre und erwarb nach dem Eintritt in die Exekutive privat den Helikopter-Schein. Voriges Jahr bewarb sich der 30-Jährige für den Dienst am Hubschrauber. "Die Schulung ist extrem fordernd, geistig und körperlich", betonen die beiden beim "Krone"-Besuch.

Neben 350 Stunden Theorie wird natürlich Praxis großgeschrieben - und die findet auf dem Flugplatz Bad Vöslau im Bezirk Baden statt: "Das Training umfasst Außenlandungen, Gebirgs- und Nachtflüge sowie sämtliche Notfallverfahren. Und wir profitieren enorm vom Wissen unserer Lehrer, die natürlich alle selbst jahrelange Praxis haben." In rund einem Jahr werden Seebacher und Danninger ihren Grundkurs abschließen. Doch beendet ist die Ausbildung damit keineswegs. Ständige Fort- und Weiterbildung ist für alle Polizeipiloten obligatorisch. Chef-Instruktor Michael Korvas: "Dazu gehört beispielsweise das Fliegen mit Außenlasten oder mit geretteten Personen am Seil. So etwas erfordert eine ganz besonders sensible Feinmotorik." Außerdem gebe es dann noch eigene Flugverfahren bei Anti-Terroreinsätzen, wo Cobra-Männer vom Heli aus abgesetzt werden, betont der erfahrene Beamte, der unterstreicht: "Wir fordern unsere Schüler und bringen sie an ihre Grenzen. So lernen sie, im Cockpit die richtigen fliegerischen und einsatztaktischen Entscheidungen zu treffen."

Und es ist dieses "Gesamtpaket", das gewährleistet, dass im Ernstfall ausschließlich die Besten am Steuerknüppel sitzen, um die Bevölkerung aus der Luft zu beschützen.

P. Huber, Kronen Zeitung

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