Mi, 18. Oktober 2017

Internet-Gaunerei

01.10.2017 00:55

Mühlviertler spielte „Postamt“

Seine Naivität könnte einem 49-Jährigen aus dem Bezirk Urfahr-Umgebung teuer zu stehen kommen. Denn der "Zuagroaste" ließ sich im Internet von einem Betrüger als "Postamt" anheuern, empfing und versendete für den "Chef" Elektronik-Waren, die mit gestohlenen Kreditkartendaten bestellt worden waren.

Der Kriminalfall reicht bis ins Vorjahr zurück. Der Haupttäter, der sich als "Martin S." ausgab, bestellte von Anfang September 2016 bis Mitte Oktober mit Kreditkartendaten, die er mit Pishing-Mails gestohlen hatte, bei 31 Firmen im Bundesgebiet hochwertige Elektronikprodukte.

Profi-Gauner ließ sich Waren nicht selbst schicken
"Martin S.", der offenbar ein professioneller Gauner ist, ließ sich die Waren aber nicht selbst zuschicken, sondern adressierte sie an einen 49-jährigen Briten, der im Bezirk Urfahr-Umgebung lebt. Diesen hatte der Kriminelle im Internet angeworben, ihm per schriftlichen Arbeitsvertrag ein monatliches Grundeinkommen und einen Bonus pro Paket zugesagt. Der "zuagroaste" Brite empfing die Pakete und schickte sie brav an Empfänger in Polen, England, Finnland und Tschechien weiter. Der Gesamtschaden bei den Kreditkartenbesitzern und den Karten-Betreiberfirmen betrug 22.985 Euro.

Der "Postler" schöpfte schließlich Verdacht
Als der "Postler" Mitte Oktober noch immer keinen Lohn bekommen hatte, schickte er seinem "Chef" mehrere Emails, die niemals beantwortet wurden. Er wurde mittlerweile angezeigt.
Sinn des "Postamts" war, den Weg der Waren zu verschleiern, um dem ominösen Internet-Gauner "Martin S." einen Vorsprung zu verschaffen. Ob der britische Helfer wirklich so naiv war, wie behauptet, müssen die Gerichte klären.


Christoph Gantner, Kronen Zeitung

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