Sa, 18. November 2017

Medizinthemen

01.10.2017 06:00

Schnell Schlau

Spannende Fragen, kurze Erklärungen: Wir greifen interessante Themen aus Gesundheit und Medizin auf. Etwa, wie das Immunsystem der Haut unter Luftverschmutzung leidet, warum Raucher schlechter schlafen als Nichtraucher und wie viel Zucker zu viel ist.

Umwelt belastet die Haut
Die Zahl der Hauterkrankungen nimmt zu. Das hat auch mit Schadstoffbelastungen zu tun, wie Umweltmediziner berichten. Weil unsere äußere Schutzschicht als Erstes mit Substanzen in Berührung kommt, sind Reaktionen der Haut auf Einflüsse auch sofort sichtbar. Der Körper hat dies als Warnfunktion entwickelt. Ernährung und psychische Faktoren spielen ebenfalls eine Rolle. Rote Flecken bilden sich immer nur als Symptom, etwa bei Kontaktekzem. Ausgelöst werden Entzündungen durch Kontakt mit Gegenständen, Textilien, Kosmetik oder auch der Luft. Es kommt zu Juckreiz und Quaddeln. Trockenheit verstärkt das Problem, da in diesem Fall die Hydro-Lipid-Schicht aufgebrochen und das hauteigene Immunsystem verringert ist. Eine Studie aus Mexico City zeigte, dass hohe Luftverschmutzung die Haut extrem austrocknet, einen Rückgang von Vitamin E und eine Störung der Abschuppung bedingt. Zweimal tägliche Reinigung mit sanften Produkten sollte daher zur Tagesordnung gehören.

Raucher leiden an Schlafentzug
Raucher klagen auffällig oft über Schlafstörungen und Tagesmüdigkeit. Verantwortlich dafür ist Nikotinentzug. Durch Giftstoffe im Tabak, welche das Nervensystem angreifen, wird zudem der Übergang in die Tiefschlafphasen erschwert. Diese sind nicht nur für die Regeneration wichtig, sondern auch für die Funktion des Immunsystems. Wieso man das weiß? Im Zuge einer US-Studie in Baltimore wurden die Teilnehmer nächtelang "verkabelt", Gehirnströme, Atmung, Herz-, Kreislauf-, Muskel- und Augenaktivität gemessen sowie Schnarchparameter erhoben. Die Probanden mussten auch ihre subjektive Wahrnehmung zu Erholung und Schlafqualität angeben, um Vergleiche anstellen zu können.

Zucker aus Limonaden
Die Österreicher konsumieren durchschnittlich 33,2 kg Zucker pro Jahr (Quelle: statista). Ein großer Teil davon stammt aus süßen Getränken und Limonaden. Die Folgen sind Adipositas, Diabetes und andere Stoffwechselstörungen. Die WHO empfiehlt daher, eine tägliche Aufnahme von 25 g, was etwa 6 TL entspricht (gilt auch für Fruchtzucker, etwa aus Smoothies) nicht zu überschreiten. Aber bereits ein halber Liter Orangensaft (Fertigprodukt) enthält etwa 45 g Zucker, Cola fast 60 g, Eistee 50 g. Süßungsmittel sind auch keine langfristige Lösung, sie haben erwiesenermaßen keinen Effekt auf Gewichtsreduktion. Zudem handelt es sich meist um chemische Zusatzstoffe aus dem Labor. Es werden immer wieder Darmprobleme, Übelkeit und Gewöhnungseffekte berichtet. Laut Vorsorgeinstitut SIPCAN sollte der maximale Zuckergehalt pro 100 ml Getränk bei 7,4 g liegen. Es lohnt sich also, die Inhaltstoffliste zu beachten.

Karin Podolak, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Liebe Leserin, lieber Leser,

die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team

Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden