Mi, 13. Dezember 2017

Neues von Koschuh

16.09.2017 11:49

Kabarett: Tiroler Abend mit Geiselnahme

Der Koschuh ist zurück! Und es war nur eine Frage der Zeit, bis sich Tirols Aushänge-Kabarettist Markus Koschuh nach Agrargemeinschaften und Hypo Tirol Bank dem Thema Tourismus annimmt. Sein neues Werk "Hochsaison. Der Letzte macht das Licht aus" feierte im Treibhaus-Turm Premiere. Was mit einem klassischen, also pseudolustigen, Tiroler Abend beginnt, endet mit einer Geiselnahme.

Markus Koschuh spielt sich in seinem neuen Kabarett in erster Linie selbst (und natürlich noch ein paar andere). Der Koschuh musste seine Leidenschaft, das Kabarett, an den Nagel hängen. Aus wirtschaftlichen Gründen hat er auf Tiroler Abend umgesattelt. Das ist zwar nicht sein Ding, aber er braucht die Kohle. Klar, dass dabei "Holzhacker-Buaben" und Co. auf die Schaufel genommen werden; zweit- und drittklassige Witzchen dürfen ebenfalls nicht fehlen - wie Tiroler Abende eben sind. Und der kleine Kai-Uwe, Sohn einer ostdeutschen Küchengehilfin und eines Tiroler Kochs (es können aber auch zwei Köche gewesen sein, das weiß man nicht so genau), darf seinen Tiroler Jodler vorbringen. Zu allem Überdruss leidet Kai-Uwe auch noch an NMS (Neue Mittelschule).

Kunstschnee-Rakete

Mitten in der Vorstellung werden die Besucher via Radio Tirol informiert, dass böse Touristiker eine Rakete abschießen und Tirol unter eine permanente Kunstschneedecke legen wollen. Die Rakete soll vom Treibhaus-Turm abgeschossen werden. Das will Koschuh verhindern. Daher nimmt er das Publikum kurzerhand als Geisel. Er gibt auch nicht auf, als zwei Polizisten den Turm umstellen (die genialen Polizistenstimmen mimt Harald Windisch).

Der Tiroler Abend wird dann mit tourismuskritischen Tönen fortgesetzt. Und wenn er dazwischen immer wieder aus der offiziellen (!) Landes-Tourismus-Studie zitiert, dann kommt man aus dem Staunen nicht mehr heraus. Ob der Abend unblutig ausgeht, davon können Sie sich selber ein Bild machen: Noch am 19. 20. und 21. September im Innsbrucker Treibhaus (www.treibhaus.at). Beginn: 20 Uhr.

Finger am wunden Punkt

Hut ab, was Markus Koschuh da wieder aus dem Hut gezaubert hat. Wie schon bei "Agrargemein" und "Hypoventilieren" legt er auch in "Hochsaison" wieder den Finger auf die wunden Punkte des Landes. Freilich strapaziert er dabei auch die klassischen Klischees, mit denen jetzt nicht alle Touristiker eine Gaudi haben werden. Aber so muss Kabarett sein. Auch Sickerwitze und Nachdenkliches dürfen nicht fehlen. Und da ist dann natürlich auch noch die musikalische Komponente. Wenn Koschuh "We will, we will, hack you" frei nach "The Queen" anstimmt und wie ein Besessner auf den Baumstamm auf der Bühne einhackt oder mit dem Lied "Weil der Schnee fehlt" (nach Elvis Pressleys "In the Ghetto" anstimmt) und die Geschichte vom traurigen Pistenraupenfahrer erzählt, der seiner Arbeit stur nachgeht, egal, ob die Piste nun grün oder weiß ist, bleibt kein Auge mehr trocken.

Fazit: Gut, dass es den Koschuh gibt! Gäbe es ihn nicht, dann müsste man ihn schleunigst erfinden.

Markus Gassler, Kronen Zeitung

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