Sa, 25. November 2017

Begegnungszone

15.09.2017 23:09

Heiße Diskussionen um den Neuen Platz

Heiße Diskussionen gibt es - wieder - über den Neuen Platz in Klagenfurt: Die ÖVP möchte die Ampeln und Zebrastreifen wieder aktivieren, da viele Verkehrsteilnehmer verunsichert seien. Diese Meinung vertriff offenbar auch die Mehrheit der Bürger, wie eine Umfrage der "Kärntner Krone" zeigt. Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz (SP) will dennoch an der Begegnungszone festhalten. "Wir haben das beschlossen, und dabei bleibt es."

Die Verkehrsteilnehmer sind verunsichert, und die Umgestaltung des Asphaltes wäre teuer - mit diesen Argumenten hat die VP in der "Krone" die Rückkehr zur alten Lösung gefordert.
"Es war doch gerade die VP, die uns immer angefleht hat, dass wir eine Begegnungszone machen sollen", erwidert Bürgermeisterin Maria-Luise Mathiaschitz.
Überdies habe man gerade erst gemeinsam beschlossen, ein externes Verkehrsbüro  für die Verordnung zu beauftragen. "Dabei bleibt es auch. Ich mache keine Politik auf Zurufe."
Auch Straßenbaureferent Christian Scheider  zeigt sich verwundert: "Erst war die VP Urheber des Stückwerkes,  jetzt will man den Urzustand zurück haben. Da wird die Meinung wie die Unterwäsche gewechselt!" Für ihn sei die Koalition beim Neuen Platz "dreigespalten."
Auch die Grünen wollen keinen Schwenk mehr. "Im Gegenteil - wenn es nach uns gehen würde, könnten wir noch mehr Ampeln in der Innenstadt abdrehen. Das wäre auch im Sinne des neuen Leitbildes", betont Stadtrat Frank Frey.
Allerdings wäre die Bevölkerung wohl mehrheitlich für Ampeln und Zebrastreifen - die Umfrage und Kommentare gibt es auf: www.kaerntnerkrone.atC. Rosenzopf

Monika Grill: Man muss bedenken, dass auch in Velden die vielgepriesene Begegnungszone nicht wirklich funktioniert. Die meisten Autofahrer habe keine Ahnung was erwartet wird, da es keine entzifferbaren Beschriftungen bzw Anleitungen gibt. Die Fußgänger drängen sich am Rand, weil es nicht anders geht..... schaut anders aus, ist aber grundsätzlich das Alte…

Stellt die Begegnungszone am neuen Platz rechtlich auf sichere Beine, dann ist sie eine große Chance für Klagenfurt. Eine Stadt der kurzen Wege, die nicht im Tempo des Autos, sondern in jenem der FußgängerInnen und RadfahrerInnen tickt, ist eine lebenswerte Stadt mit Zukunft!

Alles andere wäre ein Rückschritt und unserer Zeit und jener die nach uns kommen nicht würdig! Wir müssen nach vorne kommen und uns von alten Mustern und dem Virus Auto in der Innenstadt lösen.

Frank Frey: Im Stadtsenat darüber gesprochen, den Auftat für drei Lösungsvorschläge, sie stellt das Geld zur Verfügung, äußerst überrascht und brüskiert, dass die ÖVP einen kompletten Schwenk macht, wir sind gerade dabei, eine Rechtssicherheit gibt, es ist alles ausgemacht, gewisse Verkehrsberuhigung, unterm Strich bleibt: Die ÖVP schert aus und will im Alleingang sich Punkte sichern. Wir bleiben dabei, die Zebrastreifen und die Ampeln weg, ich würde in der gesamten Innenstadt alle Ampeln weggeben,

Der jüngste Schwenk zur Umsetzung einer Begegnungszone am Neuen Platz in Klagenfurt zeigt wieder einmal auf, dass die ÖVP an keiner Lösung interessiert ist, sagt heute der zuständige Referent für Straßenbau und Verkehr Vizebürgermeister Christian Scheider.

"Die jetzt ‚neue ÖVP‘ präsentiert sich damit älter als uralt und wechselt so oft ihre Meinung wie andere ihre Unterwäsche. Zuerst Urheber des Stückwerkes rund um den Neuen Platz, welches unter dem damaligen ÖVP Stadtrat Otto Umlauft fabriziert wurde, dann steht sie einer rechtlich korrekten und gesamtheitlichen Lösung im Wege und jetzt wieder die Kehrtwende zurück zum Urzustand", sagt Scheider.

Der Ausschussobmann für Straßenbau und Verkehr, Klubobmann Dr. Andreas Skorianz wird noch vor dem nächsten Gemeinderat am 3. Oktober eine Ausschusssitzung einberufen und eine endgültige Entscheidung einfordern. "Die Verordnung für eine Begegnungszone ist fix und fertig und braucht nur beschlossen werden. Bis jetzt scheiterte es nur an der SPÖ, welche ein teures Gesamtkonzept fordert", so Skorianz. Er sehe der Abstimmung gelassen entgegen, denn ein negativer Ausgang wäre auch eine Entscheidung gegen das neue Leitbild. Und das haben wir alle einstimmig beschlossen und sieht eine Begegnungszone am Neuen Platz vor.

Auch die Experten sprechen sich für eine Begegnungszone aus. Autofahrerklubs, die Polizei und auch DI Dr. Fallast sagen, dass so eine Regelung am Neuen Platz für eine Verkehrsentschleunigung sorgen würde. Ohne Ampeln und Zebrastreifen würden Autofahrer automatisch auf Fussgänger Rücksicht nehmen und umgekehrt. Mittlerweile hat sich auch die Bevölkerung auf die neue Situation eingestellt.

Das Verhalten der ÖVP zeigt auch weiters, dass sie der Koalitionschefin Bürgermeisterin Mathiaschitz ins Kreuz fallen und diese Partei an keiner konstruktiven Lösung interessiert ist. Interessant ist auch, dass sich mit diesem Thema einmal mehr verdeutlicht, dass die Koalition unter der Führung von Mathiaschitz 3 gespalten ist, stellt Scheider fest.

"Grün - Für die Begegnungszone. SPÖ - Für ein aufwendiges und teures Gesamtkonzept und dann Begegnungszone. ÖVP - Gegen alles und jetzt wieder für den Urzustand. Daraus kann sich jeder ein Bild machen und sich fragen, wie soll da etwas weitergehen? Faktum ist jedenfalls, das die Abteilung Straßenbau und Verkehr eine fertige Verordnung mit allen erforderlichen Maßnahmen erarbeitet hat und auch die dazugehörigen optischen Verbesserungen wie z.B. in den Villacher Begegnungszonen vorsieht, " so Scheider abschließend.

"Zuerst für die Erstellung eines weiteren Mobilitätskonzepts 50.000 Euro zu genehmigen, nur um sofort  gegen die Grundlagen des Konzeptes zu arbeiten, wirkt schon fast zynisch, besonders wenn das Argument der Kostenexplosion ins Treffen geführt wird" ärgert sich Winter-Holzinger.

"Die derzeitige Halb-Lösung bezüglich der "Begegnungszone" am Neuen Platz in Klagenfurt, ist wirklich unbefriedigend", so Winter-Holzinger. "Deswegen wäre es wohl angebracht, intensiv an einer vollständigen Umsetzung zu arbeiten, statt gegen eigene Stadtsenatsbeschlüsse zu agieren" mahnt Winter-Holzinger ein.

Ermina Steiner: Etwas was Jahrzehnte sehr gut funktioniert sollte man nicht zum schlechteren verändern

"Stellt die Begegnungszone am neuen Platz rechtlich auf sichere Beine, dann ist sie eine große Chance für Klagenfurt. Eine Stadt der kurzen Wege, die nicht im Tempo des Autos, sondern in jenem der FußgängerInnen und RadfahrerInnen tickt, ist eine lebenswerte Stadt mit Zukunft!

Alles andere wäre ein Rückschritt und unserer Zeit und jener die nach uns kommen nicht würdig! Wir müssen nach vorne kommen und uns von alten Mustern und dem Virus Auto in der Innenstadt lösen.

Monika Grill Man muss bedenken, dass auch in Velden die vielgepriesene Begegnungszone nicht wirklich funktioniert. Die meisten Autofahrer habe keine Ahnung was erwartet wird, da es keine entzifferbaren Beschriftungen bzw Anleitungen gibt. Die Fußgänger drängen sich am Rand, weil es nicht anders geht..... schaut anders aus, ist aber grundsätzlich das Alte... außer bei größeren Veranstaltungen, und auch da klappt es nicht wirklich. Wie sollen Touristen etc, wissen, dass sie sich in einer solchen Zone befinden, und was das bedeutet??? Überhaupt nicht durchdacht.

Anna Simone Hecher Der schmäh sollte sein ZUERST Kosten berechnen und Lösungen abwägen und DANN umsetzen oder auch nicht

Peter Mostögl Parallele zum Wiener Mauerbau. Nur Zufall?

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