Do, 23. November 2017

GPS-Daten zeigen:

14.09.2017 10:43

Elefanten machen wegen Wilderern Nacht zum Tag

Wenn sich die eigentlich tagaktiven Elefanten durch Wilderer bedroht fühlen, verlegen sie offenbar zur Sicherheit einen Großteil ihrer Aktivitäten in die Nacht. Das haben Langzeit-Überwachungen von 60 Elefanten mit GPS-Halsbändern in Kenia zutage gebracht, wie die niederländische Universität Twente am Mittwoch berichtete.

Forscher Festus Ihwagi, der Mitglied der Tierschutzorganisation Save The Elephants ist, wertete für die Studie GPS-Daten aus den Jahren 2002 bis 2012 aus. In den Jahren 2010 bis 2012, in denen die Elefanten verstärkt von Wilderern verfolgt wurden, ergaben die Daten laut Ihwagi, dass sich die Dickhäuter "in der Nacht mehr bewegten als am Tag". Die afrikanischen Elefanten sind eigentlich tagaktiv. Das Vermeidungsverhalten war bei den 28 weiblichen Tiere noch ausgeprägter als bei den 32 männlichen. 

Veränderungen im Sozialleben der Tiere
In Gefahrenbereichen reduzierte sich die Aktivität der Elefantenkühe am Tage auf die Hälfte des Normalwertes. Das könne kurzfristig eine erfolgreiche Überlebensstrategie sein, sagte Ihwagi. Er gehe aber davon aus, dass für die Elefantenkälber neue Gefahren entstünden, weil sie nachts von Löwen und Hyänen gejagt werden könnten. Darüber hinaus werde das Sozialleben der erwachsenen Elefanten durcheinandergebracht, was auch Auswirkungen auf ihre Fortpflanzungsfähigkeit haben könne, heißt es in der Studie, die im Fachjournal "Ecological Indicators" veröffentlicht wurde.

Die Zahl der afrikanischen Elefanten sank nach Erhebungen der Weltnaturschutzunion (IUCN) im vergangenen Jahrzehnt um 111.000 auf 415.000. Jedes Jahr werden von Wilderern rund 30.000 Elefanten erlegt. Im vergangenen Jahr wurde der Fall eines GPS-überwachten Elefantenbullen namens Morgan dokumentiert, der vom Südosten Kenias bis nach Somalia zog. Morgan legte die Strecke überwiegend mit Nachtmärschen zurück und verbarg sich tagsüber im Gebüsch. 

GPS-Überwachung künftig als Frühwarnsystem?
Die Tierschützer halten es für möglich, dass die GPS-Überwachung der Elefanten zukünftig als ein Frühwarnsystem genutzt werden könnte. Wenn die eingehenden Daten darauf hinweisen, dass sich Elefanten in einer bestimmten Region verstärkt auf nächtliche Aktivitäten verlegen, könnte das für Ranger ein Anzeichen für die Präsenz von Wilderern sein.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden