Fr, 24. November 2017

Bock der Alpen

12.09.2017 17:57

„Ali“ ist der Schönste

Mit seinen erst viereinhalb Jahre hat Aostabock "Aliander" Prachthörner eines Achtjährigen. 1,17 Meter sind sie lang mit einer Spannweite von 1,28 Metern. Ali ist der ganze Stolz von Hobby-Landwirt Josef Schartner aus Eben im Pongau. Am Sonntag wurde er mit seinem haarigen Freund sogar ausgezeichnet.

40 Prachtböcke wurden am Sonntag auf der 1200 Meter hoch gelegenen "Schönangeralm" in der Wildschönau in Tirol einem breiten Publikum präsentiert. Züchter aus Salzburg, Kärnten, Bayern, Tirol und Italien traten bei der Meisterschaft an. Am weitesten reiste eine Gruppe aus Cadore bei Cortina d’Ampezzo an - ganze sechs Stunden fuhren sie zu dem Event. Unter den Zuchttieren fanden sich unter anderem Exemplare von der Büdnerziege, der Jura- und Rove-Ziege oder auch der Gebirgsziege.

Sie alle waren chancenlos gegen Josef Schartner mit seinem Aliander. Es handelt sich um eine aussterbende Rasse aus dem Aostatal, eine Region in Italien. "Im Sommer sind meine fünf Böcke und die 13 Ziegen auf der Alm, im Winter sind sie bei mir daheim. Zweimal im Jahr werden sie gewaschen, im Winter wöchentlich gebürstet", berichtet Schartner, wie wichtig die richtige Pflege ist.

Jury bewertet Pflege und Hörner-Länge

Die gewaltigen Hörner werden niemals gestutzt, die Tiere tragen die Hörner so lange sie leben. "Aliander hat einen abnormalen Wachstum und mit Abstand die längsten Hörner innerhalb meiner Zucht. Es kann sein, dass ich nie wieder so einen Bock habe", schwärmt der Hobby-Landwirt.

Das sah die Jury am Wochenende genauso, die eben genau auf die Fellpflege und die Länge der Hörner ihr Hauptaugenmerk legen. Sie verliehen dem Sieger-Duo eine handgeschnitzte Ziegenbock-Figur zur Anerkennung. "Eine super Auszeichnung", trägt Josef Schartner den Preis in Ehren.

Dass die Bockschau auch im nächsten Jahr in der Wildschönau fortgesetzt wird, steht jedenfalls fest.

Verein hält einzigartige Tradition aufrecht

"Wir haben uns 2014 der österreichweit einzigartigen Veranstaltung mit aussterbenden und hochgefährdeten Tierrassen wieder angenommen. Zuvor fand das Goaßbock-Treffen 20 Jahre lang am Harschbichl in St. Johann statt", erzählt Obmann Manfred Schumann, dass vor drei Jahren lediglich 12 Böcke teilnahmen. Der Einheimische und sein Obmann-Kollege Josef Haas hoffen, die Meisterschaft noch größer machen zu können. Kein Ding der Unmöglichkeit, schließlich finden auch die Mädels immer mehr gefallen an der Züchterei. Eine der Teilnehmerinnen brachte es zugegeben etwas zugespitzt auf den Punkt: "Lieber einen stinkenden Bock im Stall als einen stinkfaulen Mann auf dem Hof."

Übrigens: Der Rekord der längsten Hörner liegt bei 1,40 Metern. Der Bock aus Kärnten hat es heuer wieder in Guinness-Buch der Rekorde geschafft. Am "Goaßbock-Treffen" durfte er nicht teilnehmen, da sein Besitzer einen Werbevertrag mit einer bayerischen Trachtenfirma abgeschlossen hat.

Sandra Aigner, Kronen Zeitung

Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden