Do, 23. November 2017

100.000-€-Strafe

05.09.2017 14:11

Magazin wegen Oben-ohne-Fotos von Kate verurteilt

Die französische Justiz hat das Klatschmagazin "Closer" wegen Oben-ohne-Fotos der britischen Herzogin Kate verurteilt. Das Strafgericht der Pariser Vorstadt Nanterre sprach der 35-Jährigen und ihrem Ehemann Prinz William am Dienstag 100.000 Euro Schadenersatz zu. Die Veröffentlichung der Paparazzi-Fotos der barbusigen Kate hatte vor fünf Jahren für Aufsehen gesorgt und das Königshaus empört.

Vor Gericht mussten sich "Closer"-Chefredakteurin Laurence Pieau, der damalige Chef des "Closer"-Verlags Mondadori, Ernesto Mauri, sowie zwei Paparazzi verantworten, die die Fotos geschossen haben sollen. Die beiden "Closer"-Verantwortlichen wurden zu Höchststrafen von jeweils 45.000 Euro verurteilt, die Fotografen zu Geldstrafen von 10.000 Euro, von denen die Hälfte zur Bewährung ausgesetzt wurde. Gemeinsam müssen die Verurteilten Kate und William zudem jeweils 50.000 Euro Schadenersatz zahlen. "Closer"-Anwalt Paul-Albert Iweins begrüßte den am Dienstag verhängten Schadenersatz. Er entspreche der französischen Rechtsprechung. Dagegen halte er die Geldstrafen für "übertrieben".

William und Kate hatten deutlich mehr verlangt - 1,5 Millionen Euro Schadenersatz. Als "grotesk und völlig ungerechtfertigt" verurteilten die Royals den Abdruck im Klatschmagazin "Closer". Mit der hohen Schadenersatzforderung wollten der Prinz und seine schwangere Ehefrau auch ein Signal der Abschreckung aussenden.

Die Fotos hatten im September 2012 weltweit für Aufsehen gesorgt: "Closer" veröffentlichte Aufnahmen der nur in Bikinihöschen bekleideten Herzogin von Cambridge auf einem Luxusanwesen in der südfranzösischen Provence, wo sie mit William Urlaub machte. Die französische Justiz untersagte damals in einem Eilverfahren jegliche Weiterverbreitung der Fotos. Zugleich stellten William und Kate Strafanzeige. Der Prozess fand erst im vergangenen Mai in der Pariser Vorstadt Nanterre statt.

Die Anwälte des Magazins wollten an den Bildern der Royals nichts Verwerfliches erkennen. Nicht nur gebe es ein "legitimes Interesse" an deren Veröffentlichung, argumentierten sie. Die Fotos hätten auch ein "dem Ansehen des Paares förderliches Bild" gezeigt - ein Argument, das bei der Gegenseite Kopfschütteln hervorrief. Die Staatsanwaltschaft warf dem Magazin "Schamlosigkeit" vor und forderte "sehr hohe Geldstrafen" gegen die Angeklagten.

Erinnerungen an Tod von Diana
Prinz William, Nummer zwei der britischen Thronfolge, erinnerte in einem von seinem Anwalt verlesenen Schreiben an den dramatischen Tod seiner Mutter Diana. Die "Königin der Herzen" war 1997 - der Todestag jährte sich vergangene Woche zum 20. Mal - in Paris bei der Flucht vor Paparazzi bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Die Veröffentlichung der Fotos von ihm und seiner Frau sei "schockierend" und "schmerzhaft" gewesen, schrieb William, erinnere sie doch an "die Belästigung, die Ursache für den Tod meiner Mutter Diana war".

Fotografen wiesen Vorwürfe zurück
Die beiden angeklagten Paparazzi hatten bestritten, die Fotos geschossen zu haben. Zwar konnte über Handydaten nachgewiesen werden, dass sie sich damals in der Gegend aufhielten; sie selbst beteuerten allerdings, das Paar hartnäckig gesucht, aber nicht gefunden zu haben. Die Anklage schenkte den Beteuerungen keinen Glauben - auch, weil nach Veröffentlichung der Fotos viel Geld auf die Konten der Fotografen floss.

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