Sa, 25. November 2017

Causa eskaliert

03.09.2017 13:55

Stiftungsrat fordert von Wrabetz mehr Objektivität

Nach Vorwürfen aus den Reihen der ÖVP, wonach Bundeskanzler Christian Kern und ORF-Journalist Tarek Leitner befreundet seien, fordert nun ORF-Stiftungsrat Thomas Zach von Generaldirektor Alexander Wrabetz einen Maßnahmenkatalog für die Objektivität des öffentlich-rechtlichen Senders im Wahlkampf.

In dieser heißen Phase des Wahlkampfs sei schon der Anschein von "mangelnder Äquidistanz" ein Problem für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, erklärt Zach. Verantwortung nur auf dem Papier zu übernehmen, genüge nicht. "Jetzt ist der Generaldirektor als Infochef des ORF gefordert, die Schlagseite, die er erzeugt hat, auch wieder zu beheben. Denn mit dieser Schlagseite werden wir den sicheren Hafen der Akzeptanz der Gebührenzahler sicher nicht erreichen."

Maßnahmenkatalog zur Sicherstellung der Objektivität gefordert
Zach spielt Wrabetz den Ball zu und fordert, dass dieser nun beweist, dass es "an der Ausgewogenheit der Berichterstattung keinen Zweifel geben kann". Der Generaldirektor müsse klar und eindeutig im Stiftungsrat nächste Woche darlegen, wie er während des restlichen Wahlkampfs für Fairness und Objektivität sorgen will. Daher fordert Zach von Wrabetz umgehend einen Maßnahmenkatalog zur Sicherstellung der Objektivität im laufenden Wahlkampf.

"Erwarte mir, dass der Generaldirektor endlich seinen Job macht"
Auf Nachfrage, ob Zach die Ablöse von Tarek Leitner fordere, erklärt er seine Erwartungen: "Ich erwarte mir, dass der Generaldirektor endlich seinen Job macht und für eine Wahlkampfberichterstattung sorgt, die dem gebührenfinanzierten Öffentlich-Rechtlichen Rundfunk angemessen ist. Das haben sich die Kandidaten - und insbesondere die Wähler und Gebührenzahler - verdient. Die Verantwortung liegt bei ihm, nicht bei den Mitarbeitern."

ORF-Redakteursrat: "Verbreitung von Unwahrheiten unterlassen"
Auch der Redakteursrat des ORF gab am Sonntag eine Erklärung zu der Causa ab. In einer Aussendung wird erklärt, dass es nur einen gemeinsamen Urlaub von Leitner und Kern wegen deren Kinder gegeben habe, die gemeinsam in die Schule gehen. Efgani Dönmez, Fünfter auf der Liste Kurz, hatte im Vorfeld behauptet, es habe auch im Herbst 2016 einen gemeinsamen Urlaub in Marokko gegeben. "Der ORF-Redakteursrat fordert ÖVP-Kandidaten Efgani Dönmez auf, die Verbreitung von Unwahrheiten über ORF-Morderator Tarek Leitner zu unterlassen", hieß es in der Aussendung. Hinter Aussagen wie denen von Dönmez wird ein ganz bestimmtes Motiv vermutet: "Politiker wollen Journalisten unter Druck setzten", lautet der Titel der Aussendung.

Naheverhältnis zwischen Tarek Leitner und Interviewpartner Kern
Vor dem letzten ORF-"Sommergespräch" mit Bundeskanzler und SPÖ-Chef Christian Kern ist der ORF selbst in den Wahlkampf geraten. Aus der ÖVP kommt Kritik an einem angeblichen Naheverhältnis zwischen Kern und "Zeit im Bild"- und "Sommergespräche"-Moderator Tarek Leitner. Grund für die Aufregung: gemeinsame Urlaube. Der ORF und Leitner, der auch die kommenden Wahlkonfrontationen mit moderiert, weisen die Vorwürfe zurück.

 krone.at
Redaktion
krone.at
Das könnte Sie auch interessieren
Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Für den Newsletter anmelden