Mo, 23. Oktober 2017

"Mutter nie im Land"

01.09.2017 13:00

Sozialbetrug: Familie aus Kosovo kassiert 80.000 €

Sozialbetrug über viele Jahre hat eine Familie aus dem Kosovo in der Steiermark betrieben: Seit 2011 bezogen eine 79-Jährige und ihre beiden Söhne durch Wohnbeihilfe, Mindestsicherung sowie Arbeitslosen- und Krankengeld rund 80.000 Euro - und das mutmaßlich illegal. Jetzt flogen die Scheinanmeldungen auf!

Beamte der Polizeiinspektion Weißkirchen im obersteirischen Bezirk Murtal hatten seit einiger Zeit umfangreiche Ermittlungen gegen die 79-jährige Frau aus dem Kosovo und deren beiden Söhne, 41 und 52 Jahre alt, geführt. Wie sich herausstellte, war die Frau nur deshalb zum Aufenthalt in Österreich berechtigt worden, weil ihre beiden Kinder mittels Haftungserklärung für den Lebensunterhalt ihrer Mutter garantiert hatten.

Heimataufenthalt nicht gemeldet
Trotzdem stellte die Frau 2011 einen Antrag auf bedarfsorientierte Mindestsicherung. Weiters war die Frau in einer Wohnung in Zeltweg gemeldet, in der sie sich jedoch nicht aufhielt. Dafür dürfte die 79-Jährige auch noch Wohnbeihilfe kassiert haben. Die beiden Söhne, die laut Polizei Doppelstaatsbürgerschaften besitzen dürften, bezogen zudem Arbeitslosengeld und Krankengeld, wobei sie ihre Heimataufenthalte im Kosovo nicht meldeten.

"Mutter so gut wie nie in Österreich"
Aufgedeckt wurde der Fall letztlich von der Fremdenpolizei Murtal, die 2014 einen Hinweis bekommen hatte. "Sie haben sich bei Auslandsreisen nie gemeldet, obwohl sie Arbeitslosengeld bezogen haben und Reisen damit gemeldet werden müssen. Die 79-jährige Mutter ist offenbar so gut wie nie in Österreich gewesen", berichtet ein Beamter gegenüber der "Steirerkrone".

Alle drei wurden bei der Staatsanwaltschaft Leoben angezeigt. Der 41-jährige Sohn streitet ab, dass er die Haftungserklärung für die Mutter überhaupt unterschrieben hat, dies hat vermutlich einzig und allein der Ältere (52 Jahre) erledigt ...

Hinsichtlich möglicher illegaler Doppelstaatsbürgerschaften werden seit Wochen bundesweit Überprüfungen durch die zuständigen Stellen durchgeführt.

 krone.at
Redaktion
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