Sa, 26. Mai 2018

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30.08.2017 16:24

Schul-Abbrecher und Parallelgesellschaften

Das für die Schulen zuständige Land macht ernst und geht gegen Integrationsprobleme, Schulabbrecher und Parallelgesellschaften samt Sprachverweigerern vor. Die Lage ist vor allem bei türkischen Schülern prekär, 50 Prozent machen nach der Pflichtschule keine Ausbildung mehr. Besonders Mädchen sind betroffen.

Für fast 73.000 Schüler beginnt am 11. September im Land Salzburg wieder der "Ernst des Lebens", doch ernst sind vor allem die Zustände an vielen Schulen mit bis zu 90 Prozent Anteil an Schülern mit nicht deutscher Muttersprache - die "Krone" berichtete.

Die hohe Quote an Schulabbrechern und jenen, die nach der Pflichtschulzeit keine Ausbildung mehr machen, bereitet Kopfzerbrechen, dazu kommen Probleme mit Schülergruppen, die wenig bis kein Deutsch können, obwohl ihre Familien schon in der dritten Generation hier ansässig sind. Maßnahmen dagegen gab es bislang nur in der Stadt Salzburg und im Flachgau, das Land stockt mit dem Landesschulrat nun auch deutlich im Tennengau, Pongau und Pinzgau auf: "Dieses Budget wird von 128.000 Euro im Jahr 2016 auf 741.000 Euro erhöht, insgesamt investieren wir 50 Millionen Euro jährlich in die Schulstandorte", kündigte Landeschef Wilfried Haslauer (Interview) an.

Das Land schickt Sozialarbeiter direkt in die Schulen, die das kompensieren sollen, was die Lehrer nicht schaffen und Eltern nicht können oder wollen. 145 Wochenstunden für die Stadt sind dafür vorgesehen, 72 für den Pongau, 46 für den Pinzgau, 34 für den Tennengau und 19 für den Flachgau. Bis 2013 waren es 60 Wochenstunden insgesamt, jetzt werden es 316. Eine große Rolle spielen dabei der Verein Spektrum mit dem Projekt "Jetzt - Soziale Arbeit in der Schule" und der Verein Neustart mit dem Projekt "face2face". 15 Prozent der Schüler gehen nach der Pflichtschulzeit überhaupt keiner Ausbildung mehr nach, einen hohen Anteil bilden hier Schüler mit ausländischer Staatsbürgerschaft, davon sind 50 Prozent türkischer Herkunft. Ein großer Teil davon sind Mädchen.

Schüler-Vorbilder und Rollenmodelle stärken
Während des Unterrichtes wird ebenso ab Schulbeginn stark nachgeholfen: Für rund 2200 Kinder mit sprachlichen Defiziten, die als außerordentliche Schüler geführt werden, schreibt der Bund 50 Planstellen vor. Das Land bessert mit 12 weiteren Stellen in der Sprachförderung nach. Die Pädagogen werden bei der Sprachförderung zusätzlich unterstützt: "Wichtig sind für Schüler positive Rollenmodelle, Vorbilder, die integriert sind und es ,geschafft’ haben. Die Schulsozialarbeit soll Schülern, Lehrern und Eltern helfen, damit Schule und Gesellschaft im Gleichgewicht bleiben", sagt Haslauer.

Ausgebaut wird die Elternarbeit und die professionelle Unterstützung der Lehrer beim Umgang mit schwierigen Schülern sowie gegen Burnout. Das Friedens- und das Männerbüro bieten Workshops gegen Gewalt und für Buben an.

Michael Pichler, Kronen Zeitung

Kinderbetreuung: Erfolge, aber Bund blockiert
Einig sind sich alle, nur weiter geht es nicht: Das Land wartet immer noch auf die Verlängerung der 15a-Vereinbarung mit dem Bund, die den Ländern finanzielle Plansicherheit gibt. Nur: Die zuständige Familienministerin Sophie Karmasin (ÖVP) ist nach der Wahl Geschichte, niemand weiß wie es weiter geht. Die Zeit drängt, die jetzige Vereinbarung läuft Ende 2017 aus: "Salzburg erhielt 2014 und 2015 jeweils mehr als 6 Millionen Euro vom Bund für den Ausbau des Kinderbetreuungsangebotes. Kommt es zu keiner Verlängerung, könnten wir dieses Geld verlieren, was große negative Auswirkungen mit sich brächte", kritisiert die SPÖ-Abgeordnete Niki Solarz. Daran gekoppelt ist auch das längst ausgearbeitete Kinderbetreuungsgesetz des Landes, das aber so nicht einmal in die Begutachtung gehen kann: "Wir brauchen die Verlängerung, der gemeinsame Druck muss steigen!", fordert Familien-Landesrätin Martina Berthold (Grüne). Sie kann indessen mit den Gemeinden eine gute Bilanz in der Kinderbetreuung vorlegen. Seit 2013 wurden 1300 neue Plätze geschaffen, 33 Kindergärten mit 93 neuen Gruppen kamen dazu. Zehn Prozent mehr der Einrichtungen bieten Ganztagesbetreuung an. An der BAFEB Bischofshofen und an der Tourismusschule Bramberg startete ein berufsbegleitendes Kolleg. 18 Teilnehmende werden in Kindergartenpädagogik ausgebildet. Land, Uni und Bildungshaus St. Virgil bieten den Universitätslehrgang zur Elementarpädagogik (Master Early Childhood Education) an. 24 Teilnehmer haben im Juni abgeschlossen. Im Herbst startet ein 2. Lehrgang. Der Bedarf an Personal ist in vier Jahren von 2690 auf 3209 Beschäftige angestiegen.

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