Do, 24. Mai 2018

USA erproben Abwehr

30.08.2017 19:18

Warten auf Kims nächsten Atomtest

Nach der jüngsten Provokation aus Nordkorea, bei der eine Rakete die japanische Insel Hokkaido überflogen hat, rechnen Experten sogar mit einem neuerlichen Atomtest durch das Regime von Kim Jong Un rund um den 9. September, dem Jahrestag der Gründung Nordkoreas. Der Machthaber selbst hat weitere Raketentest angekündigt.

Das Regime in Pjöngjang hat unterdessen Fotos veröffentlicht, die einerseits den jüngsten Raketenstart und andererseits einen begeistert lachenden Kim im Kreise seiner Generäle zeigen. Die Bilder sind an Absurdität kaum zu überbieten, wenn man bedenkt, dass jeder Raketen- oder Atomtest durch das nordkoreanische Regime den möglichen Keim einer kriegerischen Katastrophe in sich birgt.

So hätte die jüngste Rakete durch einen technischen Defekt auch abstürzen und in Japan einschlagen können. Es hätte Todesopfer geben können. Niemand weiß, zu welcher Reaktion das hätte führen können. Kim hingegen gibt sich geradezu begeistert und "äußerst zufrieden" über den "erfolgreichen Test". Er sei die Antwort auf die Manöver des südkoreanischen und des amerikanischen Militärs.

Kim will "Guam in Schach halten"
Der Test, so der Diktator, habe "unter simulierten Kriegsbedingungen" stattgefunden und sei "ein erster Schritt der Koreanischen Volksarmee im Pazifik und ein bedeutungsvolles Vorspiel, um Guam in Schach zu halten". Weitere Tests würden folgen.

Guam ist eine zu den USA gehörende Insel im Pazifik, die einen großen Marine- und einen Luftwaffenstützpunkt beherbergt. Kim hat bereits mit einem Angriff auf Guam gedroht, worauf US-Präsident Trump die militärische Vernichtung Nordkoreas ankündigte. In Wahrheit dürfte für das Weiße Haus eine militärische Option gar nicht existieren, da ein solcher Krieg zwar das Ende Kims und seines Reiches, aber wohl auch die Vernichtung des südkoreanischen 10-Millionen-Metropole Seoul bedeuten würde.

USA simulieren Abwehr einer Mittelstreckenrakete
Dennoch üben derzeit das südkoreanische und das US-amerikanische Militär gemeinsam. Zudem testeten die US-Streitkräfte am Mittwoch ihre Raketenabwehr. Eine Mittelstreckenrakete wurde über dem Pazifik abgeschossen. Die lenkbare Abfangrakete wurde laut Armee auf Kauai, einer der Hawaii-Inseln, abgeschossen. Gesteuert wurde sie von Bord des US-Zerstörers USS John Paul Jones aus. Der Test habe Fortschritte erbracht bei dem Ziel, "ballistische Geschosse in ihrer Endphase abzuwehren", erklärte die US-Raketenagentur MDA. Die Technik werde weiterentwickelt, um mit neuen Bedrohungslagen Schritt zu halten.

Es war das zweite Mal, dass eine SM-6-Abfangrakete eine herannahende Mittelstreckenrakete im Flug zerstörte. Seit über zehn Jahren arbeiten die USA und Japan an dem Raketenabfangsystem, von dem sich Japan Schutz gegen militärische Angriffe aus Nordkorea erhofft.

Reaktion auf Raketentest: Australien rüstet auf
Der jüngste Raketentest dürfte auch eine weitere Aufrüstung in der Region als Folge haben. Nun erwägt auch Australien eine Verstärkung seiner Marine. Bereits in Auftrag gegebene Zerstörer könnten mit zusätzlichen Fähigkeiten zur Raketenabwehr ausgestattet werden, um auf das "sehr unkorrekte Verhalten" Nordkoreas zu reagieren, sagte Verteidigungsminister Christopher Pyne am Mittwoch in Adelaide.

Nach Angaben von Außenministerin Julie Bishop ist das Risiko, dass Australien von nordkoreanischen Raketen getroffen werden könnte, gering. Die Regierung sei dennoch tief besorgt über das "sehr provokative" Handeln Nordkoreas, sagte Bishop dem Sender Sky News.

Christian Hauenstein, Kronen Zeitung/krone.at

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