Di, 22. Mai 2018

Kultour

28.08.2017 09:54

Meister der Improvisationskunst

Open Air-Konzert beim "Latschenwirt": Herbert Pixner Projekt begeisterte mit "handgemachter Musik"

Dass sein Vater für seine erste steirische Harmonika die zwei besten Kühe im Stall verkaufte, hat sich ausgezahlt. Denn mittlerweile wird Herbert Pixner als der Jimi Hendrix auf der Harmonika gehandelt. Vielleicht liegt es daran, dass sich auch der Südtiroler das Spielen zunächst im Selbststudium, nach Gehör beibrachte, und wie der Gitarrengott experimentierfreudig und somit ein Meister der Improvisationskunst ist.

Gemeinsam mit seinem vor zwölf Jahren gegründeten "Herbert Pixner Projekt", dem seine Schwester Heidi Pixner, der Tiroler Bassist Werner Unterlercher und der italienische Gitarrist Manuel Randi angehören, tobt er sich in nahezu allen Genres aus.

Dass dieser unverwechselbare Musikstil - ein Mix aus traditioneller alpenländischer Musik, Flamenco, Gipsy-Jazz, Blues, Rock und Worldmusic - großen Anklang findet, beweisen fünf goldene Schallplatten und über 1000 ausverkaufte Konzerte! Dazu gehörte nun auch der Auftritt Samstagnacht beim "Latschenwirt". Das Griss um die 800 Tickets war so groß, dass sie innerhalb kürzester Zeit vergriffen waren.

Handgemachter Musik
Pixner begeistert vor allem, weil er nicht wie so manch anderer auf spektakuläre Bühnenshows und banale Texte setzt, sondern mit "handgemachter Musik" und ganz ohne Lyrics Kopfkino auslöst.

Wenn er zur Harmonika, Trompete oder zum Flügelhorn greift und die melancholische Melodie zu "Morgenrot" anstimmt, oder bei Zwischenmoderationen die Geschichte vom Sennentuntschi erzählt, entstehen ganz von alleine Bilder im Kopf. Authentizität und das Unverfälschte sind wohl die Erfolgsgaranten des Quartetts, das im Herbst auch noch in der Elbphilharmonie, im Wiener Konzerthaus oder in der Frankfurter Oper aufspielen wird. Zu Höhenflügen lassen sich die sympathischen Musiker aber dennoch nicht verleiten.

"Wir haben dieses Projekt nicht gegründet, um irgendeinmal auf der Konzertbühne zu stehen, vielmehr ging’s uns einfach darum gemeinsam Musik zu machen. Dass wir einmal von unserer Musik leben können, damit haben wir nicht gerechnet", so Pixner.

Rat für junge Musiker
Dass hinter diesem Erfolg harte Arbeit und ein langer Weg steckt, versteht sich von selbst. Die Musiker verzichten aber dennoch auf jegliche Promotionagenturen bzw. werden auch nicht auf Radiosendern auf und ab gespielt - sie haben sich ihr Publikum rein über die Bühne erarbeitet. Einen Rat für junge Musiker hat Pixner auch: "Man soll seinen Weg treu bleiben und sich nicht vom Mainstream leiten lassen. Denn es ist nicht die Masse, die zählt, viel wichtiger ist es, die Leute mit seiner Musik zu berühren und sie auf eine Reise mitzunehmen", so der Südtiroler, der sich bei seinem Konzert in Großgmain von der spektakulären Naturkulisse und der Gastfreundschaft mehr als begeistert zeigte.

Einen ganz besondereren Rahmen wird ihm auch das Festspielhaus bieten, wo er nächsten Herbst auftritt. Zuvor macht das Quartett aber eine Konzertpause und widmet sich einem neuen Album zum Thema Berg.

Tina Laske, Kronen Zeitung

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