Mo, 28. Mai 2018

In Graz

27.08.2017 15:14

Hälfte der Volksschüler hat fremde Muttersprache

Bereits die Hälfte der 8000 Grazer Volksschüler hat eine andere Muttersprache als Deutsch. Mütter machen sich deswegen Sorgen. In den Kindergärten brauchen 31 Prozent der Kinder Sprachförderung. Die Stadt investiert mittlerweile 2,1 Millionen Euro jährlich in entsprechende Maßnahmen.

Kürzlich haben wir in unserer Graz-Ausgabe über besorgte Mütter berichtet, die fürchten, dass in Grazer Kindergärten bzw. Volksschulen die deutsche Sprache bereits zu kurz kommen würde. Sieht man sich die aktuellen Zahlen an, scheint diese Sorge berechtigt.

Für 8081 Grazer Volksschüler beginnt demnächst wieder der Schulalltag - 4006, also 49,57 Prozent, von ihnen haben nicht mehr Deutsch als Muttersprache. Von 38 Volksschulen in Graz gibt es in zehn einen Anteil von Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache zwischen 80 und 98 Prozent

Sprachförderung um 2,1 Millionen Euro

Für die Grazer Kindergärten gibt es keine vergleichbaren Zahlen - hier wird nur der Sprachförderbedarf erhoben. Bei einer solchen Erhebung im Herbst 2016 wurde bei 31 Prozent von 2550 getesteten Kindern ein Sprachförderbedarf festgestellt, davon wiederum waren 73 Prozent Kinder, die Deutsch als Zweitsprache hatten.

Für den Grazer Bildungsstadtrat Kurt Hohensinner (VP) sind diese Zahlen kein Anlass zur Panik, aber einer zu handeln: "Nur weil jemand Deutsch nicht als Muttersprache hat, heißt das nicht, dass es deswegen mangelnde Deutschsprachenkenntnisse gibt. Aber unsere Strategie ist ganz klar die, dass wir schon bei den Kleinsten im Kindergarten mit Sprachförderung beginnen und diese dann natürlich in den Volksschulen fortsetzen."

So wurden die Mittel für kindliche Sprachförderung im Vorjahr von 1,7 auf 2,1 Millionen Euro angehoben. Hohensinner: "Die Maßnahmen greifen." Laut dem Grazer Bildungsstadtrat sei der Anteil jener oben erwähnten 31 Prozent an Kindergartenkindern, die 2016 Sprachprobleme hatten, nach einem Jahr Förderung auf 19 Prozent gesunken.

Schaut man weiter in die Volksschulen, liege der Anteil von Kindern mit Sprachförderbedarf laut Hohensinner bei 18 Prozent…

21,8 Prozent Ausländeranteil in Graz

Der hohe Anteil an Kindern mit nichtdeutscher Muttersprache hängt natürlich zusammen mit der enormen Zuwanderung:

- 21,8 Prozent beträgt der Ausländeranteil in Graz aktuell. Zum Vergleich: 2005 lag dieser Anteil noch bei 10,8 Prozent. In absoluten Zahlen heißt das: 2005 waren 26.616 Ausländer in Graz hauptwohnsitzgemeldet, derzeit sind es 62.435, also um weitaus mehr als doppelt so viele, nämlich um 35.819.

- Von den Ausländern in Graz sind 31.704 Nicht-EU-Bürger, 30.731 kommen aus der EU (natürlich ohne Österreich). Die Zahl der Nicht-EU-Bürger (11,1 Prozent Anteil in Graz) unter den Ausländern überwiegt also knapp, aber doch.

Von: Gerald Richter

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