Mo, 21. Mai 2018

Züchter schuld?

24.08.2017 09:39

Streit um Behandlungskosten für kranken Welpen

Es ist abstrus: Da will man einen gesunden Hundewelpen haben, kauft extra bei einem Züchter. Und dann? Wird der Welpe trotzdem krank, die Behandlungskosten schnellen in die Höhe. Und im jahrelangen Prozess gegen den Züchter hat man als Käufer letztlich offensichtlich trotzdem schlechte Karten.

Im Alter von zwei Monaten fand "Aron" 2013 sein neues Herrchen, das dem Züchter 850 Euro für den vermeintlich gesunden Labrador-Retriever-Welpen gezahlt hatte. Der Züchter hatte die Ahnentafel der Elterntiere vorgezeigt, dernach beide Hüftgelenksdysplasie-frei (HD-frei) seien. Doch im selben Jahr der Schock: "Aron" humpelte - beidseitige Hüftgelenksdysplasie! Operationen folgten, sonst hätte "Aron" ständig Schmerzen gehabt. Kosten: fast 8000 Euro!

Falscher Vater in den Papieren
Im Prozess zeigte sich: Der Deckungsvorgang war bei einem anderen Züchter geschehen, und der als Vater angegebene Hund war der falsche. Erst- wie Berufungsgericht entschieden: Der Züchter muss Schadenersatz zahlen. Der Oberste Gerichtshof folgte der Ansicht, dass "Aron" "Mängel" hatte, entschied aber: Der Prozess muss wiederholt werden.

Haftbar nur bei Mängelverschulden
Denn entscheidend für die Haftung des Züchters sei, ob er die Mängel verschuldet habe. Ein Züchter habe nur dann für genetische Fehler einzustehen, wenn er bei der Zucht die gehörige Sorgfalt außer Acht gelassen habe. Auch hätte besagter Züchter hier keine Garantie gegeben, dass bei "Aron" keine Fehlbildung auftreten könne, sondern lediglich, den Zuchtregeln entsprochen und zur Paarung mit seiner HD-freien Hündin einen HD-freien Rüden bei einem Züchter ausgewählt zu haben - für dessen mögliches schuldhafte Verhalten er nicht einstehen müsse. Prozessfortsetzung im Herbst.

Silvia Schober, Kronen Zeitung

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