Sa, 26. Mai 2018

Ein Jahr danach

23.08.2017 16:01

Afritz entstieg wie Phönix aus dem Schlamm

Genau ein Jahr nach der doppelten Murenkatastrophe präsentiert sich der kleine Ort Kraa in der Gemeinde Afritz in neuem Glanz. Zusammenhalt, Solidarität, Einsatz und Hilfe aus dem ganzen Land, ja aus ganz Österreich haben dieses Wunder möglich gemacht. Ein Spaziergang über Wiesen und Straßen ohne Schlamm.

Jeder, der durch Afritz fährt, sieht diesen Knoten aus Stahl und Eisen mit den zwei rostigen Krähen an der Spitze. Geschaffen wurde er vom Gmünder Künstler Fritz Russ und Erdbauunternehmer Michael Karner. "Alles, was zurückgeblieben ist, wurde verwendet - Zaunreste, Steine und Stahl. Dazu die zwei den Ort Kraa symbolisierenden Krähen", erläutert der Afritzer Bürgermeister Max Linder die Intention des Werkes.

Es soll auch die Dankbarkeit der Bevölkerung ausdrücken, dass am 29. August und am 4. September 2016 keine Menschen zu Schaden kamen. Es war die größte Katastrophe, die Afritz je heimgesucht hat.

Meisten Arbeiten abgeschlossen
"Jetzt sind bis auf eine Familie wieder alle in ihren Häusern, und meist sind die Aufräum- und Sanierungsarbeiten abgeschlossen", resümiert der Gemeindechef, der vor einem Jahr durch das Auslösen des Zivilschutzalarmes die ultimative Katastrophe verhinderte.

Schlendern wir durch den Ort. Bewundern wir die Blumenpracht an den Häusern, die frisch asphaltierten Wege und Höfe, die liebevoll dekorierten Gärten. Kraa in Afritz ist der Beweis, dass sich die Menschen im Gegendtal nicht so schnell geschlagen geben. Linder: "Es sind auch alle hier geblieben. Niemand ist weggezogen."

Staumauer fast fertig
Was man angesichts der vom Mirnock und seinen Ausläufern ins Tal schießenden Bäche verstanden hätte. "Die Staumauer ist fast fertig, die Verbauung auch. Der Tronitzer Bach stellt keine Gefahr mehr dar", bilanziert Linder. Der Schaden vor einem Jahr war enorm. Drei Millionen kamen zusammen. Versicherungen, Nothilfswerk, Spendengelder, all das half und hilft bei der Bewältigung.

Der Bürgermeister dreht und prüft jeden Cent dreimal vor der Ausgabe: "Wir rechnen fix mit einer Prüfung durch den Rechnungshof. Alles muss seine absolute Ordnung haben." Linder ist stolz, dass nicht gestritten wird. Dass lieber zusammengehalten wird. Dass der letzte Feinschliff noch erfolgen kann. Dass es keine Neid und Missgunstdebatten gibt. Aus Anlass des doppelten Jahrestages überlegen jetzt Anrainer, mit einem Transparent "Danke" zu sagen. Die, die vor einem Jahr mitgeholfen haben, die Katastrophe zu überwinden, würden sicher mit einer kurzen Feststellung darauf antworten: "Es war uns eine Selbstverständlichkeit."

Fritz Kimeswenger, Kärntner Krone

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