Mi, 23. Mai 2018

Beamte suspendiert

23.08.2017 07:02

Polizist stößt Frau: 250 Euro Strafe für Opfer

Nach dem Auftauchen eines Videos, das eine Passantin zeigt, die am Leobener Hauptplatz von einem Polizisten niedergestoßen wird, sind die Ermittlungen gegen die zu diesem Zeitpunkt anwesenden Beamten weiter im Gange. Sie wurden allerdings am Dienstagabend vorläufig vom Dienst suspendiert. Unterdessen flatterte dem 47 Jahre alten Opfer - es hatte eine Platzwunde am Kopf erlitten - eine Strafverfügung über 250 Euro ins Haus.

Die Frau war - wie berichtet - in der Nacht auf den 6. Mai in Leoben unterwegs gewesen und hatte eine Amtshandlung der Polizei in einem Lokal am Hauptplatz offenbar falsch interpretiert. "Ich hab' geglaubt, der eine Beamte steht im Eck und amüsiert sich, und der andere befindet sich vor einem Musikautomaten", so die 47-Jährige im Gespräch mit der "Krone". Zuvor sei sie in der Innenstadt gewesen, habe dort "drei oder vier weiße Spritzer getrunken".

Doch vielmehr hatte ein Polizist im Zuge einer Amtshandlung in dem Lokal gewartet, während sich sein Kollege auf einem Monitor ein Überwachungsvideo ansah. Als die Uniformierten gegen 1.30 Uhr das Lokal verließen, stellte sich ihnen die Frau in den Weg - wie auch das Video zeigt.

"Erlitt Wunde am Hinterkopf und war kurz bewusstlos"
"Ich hab' den Jüngeren gefragt, ob er an'gsoffen ist", schildert die Obersteirerin: "Daraufhin sind die Polizisten weggegangen. Also hab' ich die Polizei angerufen und gebeten, Vorgesetzte sollen kommen und ihren Mitarbeiter auf Alkohol überprüfen." Laut ihren Angaben wollte die 47-Jährige den ihr verdächtigen Polizisten aufhalten, "sonst hätte mir ja keiner geglaubt". Dabei kam es zum Übergriff, der Uniformierte stieß die Frau zu Boden: "Ich erlitt eine Wunde am Hinterkopf und war kurz bewusstlos", berichtet die 47-Jährige.

Verwirrend ist für die Steirerin, dass sie am Montag eine Strafverfügung über 250 Euro bekam: wegen Verletzung der Grundsätze der Schicklichkeit sowie aggressiven Annäherns an einen Polizisten.

Manfred Niederl, Kronen Zeitung/krone.at

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