#City4U indiskret

Joakim: "Nicht nackt ist der beste Dresscode"

Am Samstag, den 2. September, öffnet das neue Eventhouse in Leobersdorf in der Nähe von Wien unter der Leitung des Technoelement und Digitalstorm-Teams seine Pforten. Joakim Antoniadis (37), seine Freundin Stefanie Neumann und Jacob Podlesny sind Geschäftspartner. Sie rühren kräftig die Werbetrommel und kündigen an, dass die Gäste Großes erwartet. Was dahinter steckt und wie turbulent das Leben als Veranstalter und Club-Chef wirklich ist? City4U bat Joakim nun vorab zum Interview:

"Eine große Rolle bei dem Projekt spielen auch 'Big Daddy' Erwin Gabriel und seine Frau Irene, welchen ich vorab noch meinen größten Respekt und Dank aussprechen möchte." Joakim A.

# Wie bist du dazu gekommen, Veranstalter zu werden?

Seit ich 16 Jahre alt bin, treibe ich mich in der Szene herum. Damals habe ich begonnen, hinter den Turntables zu experimentieren - auch heute noch verfolge ich mein Dasein als DJ. Dadurch kam ich mit dazu, Clubevents zu promoten und durch meine Lehrstelle im damaligen Cityclub "Club Med" (Event Hotel Pyramide) lernte ich zwei wegweisende Personen kennen. Harald und Florian gaben mir einen Einblick in die Branche und seitdem bin ich dabei geblieben. In meinem Freundeskreis befinden sich heute noch aktive Artists - die Szene ist riesig und es macht Spaß.

# Das Leben als  Veranstalter: Wie lebst du? Hat das dein Leben verändert?

Ich lebe im gesunden Chaos - unter ständigem Druck, aber das brauche ich auch. Klar hat sich mein Leben verändert! Man erlebt Dinge, die bei einem "normalen" Job nicht vorkommen. Was man stark merkt, ist die "Freunderlwirtschaft" in der Szene - da muss man erst einmal lernen, die Blutsauger zu erkennen - sonst ist man verloren. Veranstalter zu sein, heißt nicht, einfach nur ein Facebook-Event zu erstellen und am Tag X an der Abendkassa aufzukreuzen. Man muss immer auf Zack sein, sich nicht unterkriegen lassen und sich von 0815-Arbeitszeiten lächelnd verabschieden.

# Feierst du auf den Veranstaltungen auch selbst mit? Feierst du abseits deiner Veranstaltungen auch noch?

Natürlich feiert man auf seinen eigenen Events mit, aber man darf sich das jetzt nicht so vorstellen, als würde man kreischend in der Menge stehen. (lacht) Man muss ja doch immer parat sein und ständig auf alles vorbereitet. Wenn ich als Artist unterwegs bin, habe ich nach meinem Gig schon das eine oder andere Mal Zeit, mit den Kumpels zu feiern, die nach meinem Auftritt mit mir anstoßen. Ich muss aber sagen, dass ich abseits dieser Gelegenheiten selten bis garnicht feiere. Sonst ist es wirklich too much.

# Beim Feiern auch schon einmal zu tief ins Glas geschaut und die Abrechnung nicht mehr geschafft?

Wenn gefeiert wird, dann erst, nachdem die Arbeit erledigt ist! Da auf einem Event aber jederzeit alles passieren kann, ist die Arbeit da sogut wie nie erledigt. Aber zu tief ins Glas schauen würde ich nicht sagen - bei mir bräuchte es weitaus mehr, als ich grundsätzlich trinke, um zu viel zu erwischen.

# Eventhouse: Wird es eine Konkurrenz zum Club geben?

Ich sehe keine direkte Konkurrenz, da wir ein ganz eigenes Projekt planen. Natürlich hat sich die Branche aufgrund des - sagen wir mal - "Überangebotes" zu einem Roulettespiel entwickelt. Wenn man sich immer danach richten würde, wo welche Veranstaltung in einem anderen Club ist, könnte man nie ein ideales Datum finden - man darf Konkurrenz nicht immer negativ sehen, sondern muss einfach versuchen, seine Veranstaltungen so ansprechend wie möglich zu planen.

# Was macht das das Eventhouse so besonders?

Bei dieser Frage muss ich grinsen. (grinst) Wir haben wirklich keine Mühen gescheut, um das alte - leider in Verruf geratene - Bolero zu modernisieren und wirklich neu zu starten. Neues Erscheinungsbild - ein Lifting für den Club quasi. Eine Besonderheit, die wir jetzt schon nennen können, ist das Soundsystem. Dieses ist dem derzeitigen Marktführer um Längen voraus und wird den Gästen richtig einheizen! PINKAUDIOPORN in erotischem knallpink macht auch ganz schön etwas her! Vom Design her sind wir auch weg von schwarz und den dunklen Holzkästen.

# Was erwartet die Gäste auf euren Veranstaltungen - bei eurem Club?

Großes! Wir starten schon beim Opening mit Brooklyn Bounce und einem Sektempfang mit Fingerfood, wie es sich für einen guten Empfang gehört. Samstags präsentieren wir immer einen Top-Star der oberen 50 weltweit und hier werden die verschiedensten Genres vertreten sein! Das Highlight, das ich euch schon verraten kann, wird Paul van Dyk am 30. September sein. Auch "The Godfather of Hardcore" Paul Estak, Cristian Varela der Techno-Star aus Spanien oder Charly Lownoise und Mental Theo haben wir bereits gebucht.

# Wird es einen bestimmten Dresscode, eine bestimmte Club-Policy geben?

Also wenn ich etwas wirklich hasse, dann Lokaliltäten, wo mir vorgeschrieben wird, wie ich auszusehen habe. NO GO! Man geht fort, um Spaß zu haben, das ist nicht möglich, wenn ich mich in ein Kostüm quetschen muss, das mir nicht gefällt. Wenn ich einen Dresscode nennen müsste wäre der: "Kommt angezogen und nicht nackt". Das war's. Das Einzige, was wir je beachten werden, sind Outfits, die einschlägig in die rechte Richtung gehen. Unser Motto ist klar "Respect the Club - Respect the People".

# Hattest du in deiner Zeit als Veranstalter irgendwelche Vorfälle, die besonders skurril waren?

Skurril ist vieles. Am lustigsten waren aber die Vorfälle, bei denen Leute an der Türe gesagt haben, sie stünden von Joakim auf der Gästeliste, obwohl ich selbst bei der Liste gesessen bin und sie mit mir geredet haben. Ganz schön peinlich für sie gewesen.

# Was fällt dir beim Thema Neider ein? Hast du welche?

Ein ganzer Roman würde mir hier einfallen. Meine Neider oder Hater sind meistens die Leute, die mir etwas schuldig sind - sei es finanziell oder anders. Ich habe Neider wie kein zweiter in diesem Land, das ist wirklich nicht untertrieben. Die Gerüchteküche brodelt. Am meisten amüsiert es mich, wenn Gerüchte von Leuten kommen, die ich in meinem Leben noch nie gesehen habe - Willkommen in der Szene. Ich persönlich denke mir, dass man sich doch nur über interessante Dinge den Mund zerreißt und somit danke ich hiermit den sogenannten Hatern - fühle mich geehrt. (schmunzelt)

# Wird man als Veranstalter öfters angebraten?

Das ist eine schwere Frage, da mir persönlich sowas eigentlich nie auffällt. Mir wird zwar manchmal gesagt, dass mir Mädels "nachlaufen", aber bei einem laufenden Event habe ich quasi Augenklappen auf. Ich bin zwar unseren Gästen gegenüber sehr offen und freue mich über Gespräche und Feedback, aber von anbraten würde ich da nicht sprechen.

# Hat man als Veranstalter Zeit für eine Beziehung?

Da meine Freundin ebenso im Projekt-Team ist, ziehen wir da an einem Strang. Trotz meines Veranstalter-/DJ-Daseins lautet mein Beziehungsstatus gebunden. Demnächst hoffentlich auf ewig. Wünschenswert wäre natürlich, dass es meinen Namen in Österreich bald zwei Mal gibt. Aber meine Pläne mache ich noch nicht öffentlich - das passiert eh früh genug.

# Gibt es da auch Eifersucht in deiner Beziehung?

Nein, absolut nicht! Diese Thematik kann ich aus meinem Beziehungsleben streichen!

# Möchtest du abschließend  noch etwas sagen?

Bis dato habe ich meine Ziele immer erreicht - auch mit längerem Weg. Es zählt, was unterm Strich zählt.

August 2017

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Vanessa Licht
Vanessa Licht
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