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26.08.2017 06:00

"F1 2017": Königsklasse des Rennsports in Bestform

Die hochgelobte F1-Serie von Codemasters geht in eine neue Runde und startet wieder mit einer Reihe neuer Funktionen durch, was oktangetränkte Luft und eine Menge Action verspricht. Ausgebauter Karrieremodus, abwechslungsreicheres Gameplay, verfeinerte Technik und historische Boliden lassen Atmosphäre und Authentizität der Königsklasse des Rennsports noch besser einfangen als die Vorgängerversion.

Im vergangenen Jahr unternahm Codemasters mit "F1 2016" bereits einige entscheidende Schritte, um die Rennsimulation für die Zukunft fitzumachen. Die Konzentration auf PC und die aktuellen Konsolen machte sich vor allem in Form einer erheblichen verbesserten Grafik bemerkbar, aber auch aus spielerischer Sicht lieferten die Rennspiel-Experten aus England den bislang besten Teil der Reihe ab. Insbesondere der stark ausgeweitete Karrieremodus mit seinem motivierenden Upgrade-System für die Rennfahrzeuge hielt den Spielspaß auf konstant hohem Niveau. Mit "F1 2017" baut Codemasters jedoch nicht bloß den Karrieremodus weiter aus, sondern erreicht auch in sonst beinahe jedem Aspekt des Spiels abermals eine Verbesserung.

Sehr gelungenes Fahrmodell
Im Bereich des Fahrmodells liefert Codemasters wieder einen erstklassigen Job ab, denn so realistisch wie in "F1 2017" fühlen sich Fliehkräfte in den Kurven oder der durch unsere Spoiler verursachte Anpressdruck auf der Piste in so gut wie keinem anderen aktuellen Rennspiel an. Nur Freunde der Außenperspektive müssen Abstriche beim Geschwindigkeitsgefühl machen. Anders als in der Cockpitansicht sowie den sonstigen Blickwinkeln wie etwa der Nasenkamera nah am Asphalt kommt in der Außenansicht selbst das Fahren bei 300 km/h nicht vollends zur Geltung.

Realismus pur bei Regenrennen
Wie gut das Fahrmodell in F1 2017 gelungen ist, fällt insbesondere bei Regen auf. Selbst wenn man einen Teil der Fahrhilfen aktiviert hat, muss man merklich gegen Aquaplaning und mit deutlich längeren Bremswegen kämpfen. Zuschaltbare Fahrhilfen gibt es indes eine ganze Reihe. Egal, ob man die Simulations- oder Arcadevariante bevorzugt - beide Seiten kommen voll auf ihre Kosten. Wer sich mal einen Fehler erlaubt und durch zu forsches Fahren von der Strecke abkommt, muss sich keine Sorgen machen, denn "F1 2017" stellt die bewährte Rückspulfunktion zur Verfügung, um Rennen (auch Trainings-Sessions oder Qualifying) an einem Punkt vor dem Fehler fortzusetzen.

Nur die KI sowie das Strafensystem zeigen ein paar kleinere Schwächen. So fahren einem die computergesteuerten Konkurrenten einen Hauch zu strikt auf der Ideallinie. Ab und zu wird eine vom Hintermann verursachte Kollision auch mal einem selbst statt dem Gegner von der Rennleitung zu Lasten gelegt.

Alle originalen 20 Rennorte
Wer möchte, darf natürlich auch in "F1 2017" an jedem der 20 Rennorte der aktuellen Formel-1-Saison Einzelrennen oder auch ganze Rennwochenenden bestreiten. Ob man dabei lieber als Sebastian Vettel im Ferrari, als Lewis Hamilton im Mercedes oder auch als Max Verstappen in dessen Red Bull einsteigt, bleibt gänzlich jedem selbst überlassen. Dasselbe gilt für die Länge der Rennwochenenden. Wer will, darf jedes Rennen über die volle Rundenzahl gehen, wobei dann entsprechend auch Kraftstoffverbrauch, vom Regelwerk erzwungene Reifenwechsel und ähnliches eine Rolle spielen. Wer es lieber kurz mag, verzichtet hingegen auf die Einführungsrunde und schraubt die stufenweise regelbare Renndistanz aufs Minimum von fünf Runden.

Monaco-GP bei Nacht, zwölf historische Fahrzeuge
Neben allen offiziellen Teams, Autos, Fahrern und Strecken der aktuellen Saison enthält "F1 2017" zwölf historische Fahrzeuge von McLaren, Ferrari, Williams, Renault und Red Bull Racing. Die klassischen Boliden können im Karriere-Modus, aber auch im Einzel- oder Gruppenrennen gefahren werden. Spielbar sind unter anderem das Fahrzeug des F1-Weltmeisters Nigel Mansell von 1992, der Williams FW 14B, den Red Bull Racing RB6 von 2010, in dem Sebastian Vettel seinen ersten WM-Titel holte, oder auch der McLaren MP4/6, in dem sich Ayrton Senna 1991 die WM-Krone sicherte. Zudem sind sowohl vier brandneue Kurzstrecken von Großbritannien, Bahrain, USA und Japan befahrbar, als auch erstmals die berüchtigte Strecke von Monaco bei Nacht.

Herzstück: Im Karrieremodus an die Spitze
Das Herzstück von "F1 2017" stellt jedoch einmal mehr der Karrieremodus dar, den man mit einem selbst erstellten Rennfahrer (heuer auch erstmals als weibliche Pilotin möglich) bei einem beliebigen Team angeht. Wenngleich Codemasters Besitzern des Vorgängers die Möglichkeit gibt, den erstellten Fahrer in "F1 2017" zu importieren, beginnt man grundsätzlich immer als zweiter Fahrer, man kann sich im Laufe der Saison aber zu Fahrer Nummer 1 hocharbeiten. Ob das gelingt, hängt von den Erfolgen auf der Strecke ab.

Starke Grafik
Auch aus technischer Sicht verbessert sich "F1 2017" im Vergleich zur Vorjahresausgabe. Die Fahrzeugmodelle sind enorm detailreich und auch bei der direkten Rennumgebung sowie der allgemeinen Umsetzung der Rennstrecken gibt es kaum etwas zu kritisieren. Besonders gut gelungen sind Codemasters die Effekte: Hitzeflimmern am Auspuff, Regentropfen, die realistisch am Chassis der Rennwagen abperlen. Auch das Schadenmodell hinterlässt einen starken Eindruck. Zusätzlich bietet das Spiel zwei dedizierte Zuschauer-Posten sowie ein verbessertes Matchmaking-System, neue Online-Statistiken, ein ausgebautes Leveling-System und Multiplayer-Renntypen. In "F1 2017" könnenmoderne und klassische Fahrzeuge online in einer Gruppe von bis zu 20 Spielern, sowohl in privaten als auch öffentlichen Rennen gefahren werden.

Fazit: Wer sich mit "F1 2016" wohl fühlte wird wohl auch dieses Jahr auf seine Kosten kommen. Codemasters hat sich mit den Verbesserungen vor allem auf den Karrieremodus und kleine aber feine Inhalte konzentriert. Die Steuerung mit dem Gamepad ist präziser und direkter, die Grafik noch etwas besser. Das Fahrgefühl wirkt insgesamt runder als im Vorgänger. Durch die zusätzlichen klassischen Autos eröffnen sich neue Rennformate und Herausforderungen. Schade ist dagegen das Fehlen von klassischen Rennstrecken die perfekt zu den alten Boliden passen würden.

Plattform: PS4 (getestet), PC, Xbox One
Publisher: Codemasters
krone.at-Wertung: 8/10

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