Do, 24. Mai 2018

Minute nach Blutbad

21.08.2017 11:19

Hier spaziert der Terrormörder seelenruhig davon

Zu Fuß und offenbar ohne Hektik ist Barcelona-Terrormörder Younes Abouyaaqoub nach der Amokfahrt vom Tatort geflüchtet, nachdem er am Donnerstag mit einem weißen Lieferwagen das Blutbad auf der Flaniermeile La Rambla angerichtet hatte. Aufnahmen aus Überwachungskameras zeigen einen jungen Mann, der sich lässig dahinspazierend von den Geschehnissen entfernt.

Auf den drei Bildern ist ein junger schlanker Mann zu sehen, der Sonnenbrillen trägt und mit Jeans und Shirt bekleidet ist. Lässig spaziert er durch die berühmte Markthalle La Boqueria, die an der La Rambla liegt, wo nur Minuten zuvor ein grausamer Anschlag stattgefunden hatte.

Fahndung auf ganz Europa ausgedehnt
Die Fahnung nach dem 22-jährigen Marokkaner wurde am Montag auf Europa ausgedehnt. Bereits zuvor war vermutet worden, dass Abouyaaqoub umgehend nach dem Attentat in Barcelona nach Frankreich geflüchtet war.

Ob er dort jemanden kennt, wo er sich verstecken kann, ist nicht bekannt - allerdings hatte der Kopf der Terrorzelle, der Imam von Ripoll, in den letzten beiden Jahren Reisen in das Nachbarland Spaniens unternommen und könnte dort auch Kontakt zu Hintermännern der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat gehabt haben. Abdelkadi Es Satty dürfte bei einer versehentlichen Explosion im Zusammenhang mit den Terroraktivitäten in Katalonien getötet worden sein.

Imam soll die jungen Burschen radikalisiert haben
Es Satty wird verdächtigt, die jungen Männer hinter den Anschlägen von Barcelona und Cambrils - mit dem Imam soll die Terrorzelle zwölf Mitglieder gehabt haben - radikalisiert zu haben. Von den zwölf sind fünf sicher tot, zwei sehr wahrscheinlich, vier in Haft und einer - der Todesfahrer - auf der Flucht.

Es Satty wohnte in der Kleinstadt Ripoll in Katalonien. Von dort und von dem Ort Alcanar aus sollen die Islamisten agiert haben. Ein Einwohner Ripolls sagte, seit der Imam Es Satty vor zwei Jahren in den Ort gekommen sei, habe es dort einen "Wandel" gegeben.




Kopf der Terrorzelle wohl bei Explosion getötet
Es Satty wurde seit Dienstag nicht mehr gesehen. Möglicherweise starb er bei der Explosion eines Hauses in Alcanar. In dem Haus hortete die Terrorzelle laut Polizei mindestens 120 Gasflaschen - offenbar waren damit noch weitaus verheerendere Anschläge, unter anderem auf die Kathedrale Sagrada Familia, eines der Wahrzeichen von Barcelona  - geplant gewesen. Durch die versehentliche Explosion in der Nacht auf Donnerstag wurden die ursprünglichen Anschlagspläne aber offenbar durchkreuzt.

 krone.at
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