So, 27. Mai 2018

Hoch hinaus

19.08.2017 19:28

Das Hotel in den Bergen

427 Gästebetten plus 50 fürs Personal. Das Ganze auf 2.315 Meter Seehöhe im Nationalpark Hohe Tauern eingerahmt von imposanten 3000ern. Die Rudolfshütte ist ein Phänomen, ein menschliches und logistisches.

Der Weißsee - wie ein Smaragd liegt er zwischen den Gipfeln der Granatspitzgruppe. Über ihm thront die Rudolfshütte, das spektakulärste Hotel in Salzburg. Sie ist Berghotel, Schutzhütte, Orientierungspunkt, Zwischenstation für Weitwanderer, Base Camp für Kletterer, Einkehr für jene, die sich die 3000er aus der Nähe anschauen wollen, beliebte Unterkunft für Familien in einem. Ihre aufregende Geschichte wird in einer neuen Ausstellung ausführlich beleuchtet.

Lebensader Gondelbahn: Ohne sie geht hier nichts
Doch im Hier und Jetzt ist die Rudolfshütte von Hotelier Wilfried Holleis ein Wunderwerk der Logistik. Auf 2311 Meter Seehöhe kommt kein Auto, kein Lastwagen. Was die Gäste schätzen - Ruhe ist die Ressource der Zukunft - heißt für den laufenden Betrieb Herausforderungen pur. Lebensader ist die Gondelbahn, die sowohl Gäste als auch Waren vom Enzingerboden in Uttendorf herauf bringt - und wieder ins Tal. Hoteldirektorin Birgit Kühne gewährt Einblicke: "Wir haben zirka 100.000 Nächtigungen pro Jahr, 427 Gästebetten. Alleine im Juli wurden über 21 Tonnen Waren rauf und runter transportiert. Bei der Eindeckung im Juni waren es 36 Tonnen."

Nur eine kurze Wanderung weiter beginnt die Außenzone des Nationalpark Hohe Tauern, ein sensibler Bereich. "Alles, was herauf kommt, muss wieder runter", so Kühne. Vor zirka zehn Jahren wurde die Rudolfshütte an den Kanal angeschlossen. Auch das fällt in die Ära Wilfried Holleis, der 2004 die ganze Region aus der Krise holte.

Überraschungen bringen im hochalpinen Gelände nicht nur das Wetter - der alleinige, teils launische Chef - sondern auch die Menschen. "Ich wusste anfangs nicht, dass Leute einfach kommen. Klar, wir sind eine Schutzhütte. Fort geschickt wird niemand, zur Not wird im Ruheraum der Sauna geschlafen", schmunzelt die Direktorin. Das Personal bleibt heroben, man hält zusammen, wird zur Familie. Zusätzliche Herausforderung: Die eigene Wäscherei. "Das ist eine Schinderei in dieser Höhe. Die Mädels leisten tolle Arbeit, vor allem beim Gästeschichtwechsel", lobt Kühne als sie die "Krone" hinter die Kulissen blicken lässt.

Einen Swimmingpool, der mit echtem Gletscherwasser gefüllt ist, das hat man auch nicht überall. Besitzer Wilfried Holleis sagt über die Rudolfshütte: "Sie nimmt in unserem Unternehmen einen exotischen Platz ein, auf jeden Fall einen sehr hohen", spielt er auf das alpine Gelände an. Beliebt, weil so anders, "Hotel und gemütlich wie eine Hütte", bringt es Bergführer Christian Steger-Jud auf den Punkt.

Melanie Hutter, Kronen Zeitung

Zitat: Hotelier Dr. Wilfried Holleis
Die Rudolfshütte nimmt einen exotischen Platz im Unternehmen ein. Sie ist einfach anders.

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