Di, 22. Mai 2018

Millionen-Betrug

18.08.2017 16:49

"Pkw-Deals" für Kristallriese Swarovski waren Lüge

Früher war er eine bekannte Eishockey-Größe in Tirol, nun muss er wegen Betrügereien in Millionenhöhe hinter Gitter. Der heute 49-Jährige prahlte vor Freunden und Verwandten, er würde für die Firma Swarovski Luxus-Autos importieren. Daher liehen ihm diese hohe Geldbeträge. Eine Million Euro ist "verschwunden".

Der Glanz des Kristall-Imperiums aus Wattens hat wohl viele Gutgläubige geblendet. Oder war es die Gier nach schnellem Geld? Anders ist es nämlich nicht zu erklären, dass zwölf Freunde und Verwandte dem ehemaligen Eishockeyspieler - Mitglied der letzten Innsbrucker Bundesliga-Meistermannschaft im Jahr 1989 - Zigtausende Euro für fadenscheinige Autodeals überließen. "Er gab an, für Daniel Swarovski und dessen Firma hochwertige Pkw zu beschaffen und versprach Provisionen von bis zu 25 Prozent", schilderten mehrere Geschädigte am Freitag am Innsbrucker Landesgericht.

Von einer Million Euro fehlt jede Spur

Insgesamt "erwirtschaftete" der 49-Jährige auf diese Weise rund 1,9 Millionen Euro. Rund die Hälfte davon zahlte er zwar brav samt versprochener Zinsen zurück, von rund einer Million Euro fehlt aber auch nach Hausdurchsuchungen und dem Durchwälzen sämtlicher Konten jede Spur. "Ich habe mit dem Geld nur Löcher gestopft und nicht davon gelebt. Gut möglich, dass ich eine Million Euro an Zinsen bezahlt habe. Ich habe den Überblick verloren", meinte der gebürtige Innsbrucker, der zwar als Angestellter einer Baufirma gutes Geld verdiente, sich aber in den vergangenen fünf Jahren keine einzige neue Hose geleistet haben will. Zeugen sprachen hingegen von einem "üppigen Lebensstil" des Angeklagten. "Er hat immer teure Uhren und Markenkleidung getragen, stets ein Bündel Geld in der Hosentasche gehabt und war auch Bordell- sowie Casino-Besuchen nicht abgeneigt", erklärte etwa ein Opfer.

Zu drei Jahren Haft verurteilt

Der Angeklagte, der zuletzt auch mehrere Eishockeyclubs in Tirol trainierte, wurde zu drei Jahren Haft verurteilt - zwölf Monate davon muss er absitzen. Zudem muss er nicht nur den Opfern das Geld zurückzahlen, sondern auch den gesamten Umsatz der Gaunereien (1 Million Euro) dem Staat abliefern. Denn Verbrechen darf sich laut Gesetz nicht lohnen. Er nahm das Urteil sofort an.

Samuel Thurner, Kronen Zeitung

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