Do, 24. Mai 2018

Attentat mit Lkw

18.08.2017 10:32

Terror in Barcelona: 5 Kinder unter 13 Todesopfern

Terroranschlag in Barcelona: Im Zentrum der Metropole ist am Donnerstag ein Lieferwagen in eine Menschenmenge auf der beliebten Fußgängerzone La Rambla gerast. Dabei starben mindestens 13 Menschen, darunter fünf Kinder. Zudem wurden über 100 Passanten verletzt - einige davon schwer. Wie viele Personen an der Tat beteiligt waren, ist unklar. Die Polizei meldete mittlerweile die Festnahme dreier Verdächtiger. Einer sei ein Marokkaner, der andere stamme aus der Enklave Melilla. Der Lenker des Wagens sei laut Polizei noch auf der Flucht. Die Terrororganisation Islamischer Staat bekannte sich am Abend zum blutigen Anschlag.

Video: Augenzeugenvideo zeigt Momente des Terrors

"Attentäter fuhr einfach mitten durch die Menschenmassen"
Laut Augenzeugen fuhr der Wagen mit hoher Geschwindigkit in einem Zick-Zack-Kurs durch die bei Touristen beliebte Straße. "Er wurde überhaupt nicht langsamer", sagte ein Augenzeuge der BBC. "Er fuhr einfach mitten durch die Menschenmassen auf den Ramblas." Fotos von Anwohnern im Internet zeigten Leichen und Verletzte am Straßenrand. Die Einkaufsstraße wurde geräumt, alle Geschäfte evakuiert und geschlossen.

Verwirrung gab es am Abend um die Verhaftung des Hauptverdächtigen: Die spanische "El Pais" veröffentlichte das Bild jenes Mannes, der den Kleinlaster gemietet haben soll.

Laut Polizeiangaben handelt es sich dabei um Driss Oukabir, am späten Abend wurde auch dessen Verhaftung vermeldet. Wenig später stellte sich der echte Driss Oukabir allerdings bei Girona der Polizei und behauptete, dass sein Pass gestohlen worden sei und er nichts mit dem Anschlag zu tun habe. Nun wird vermutet, dass sein 18-jähriger Bruder Moussa Oukabir, der seit Kurzem in Barcelona lebt, in den Anschlag verwickelt war. Ob es sich bei ihm auch um den im Video zu sehenden Verhafteten handelt, ist noch nicht geklärt.

Ein zweiter Komplize des Hauptverdächtigen wurde wenige Stunden nach dem Attentat  ebenfalls verhaftet. Ein katalanischer Radiosender berichtete, dass es Freitagfrüh zu einer dritten Festnahme in Ripoll - 100 Kilometer nördlich von Barcelona - kam.

Mutmaßlicher KOmplize von Polizei erschossen
Ein gesuchter Komplize des Attentäters wurde Donnerstagabend wenige Kilometer vom Tatort entfernt von Polizisten erschossen, nachdem er in eine errichtete Straßensperre gerast war und dabei zwei Polizisten überfahren hatte. Welche Rolle der Mann in dem Anschlag gespielt hat, ist noch nicht geklärt. Ein zweiter Komplize des Hauptverdächtigen wurde wenig danach ebenfalls verhaftet.

Geiselnahme in Bar dementiert
Medienberichten, wonach nach dem Vorfall zwei Bewaffnete in ein Restaurant eindrangen und Geiseln nahmen, wurden am Abend von der Polizei dementiert. "Es gab keine Geiselnahme in einer Bar oder einem Lokal in Barcelona", hieß es dazu in einer Stellungnahme.

Anschlag auf zentrale Anlaufstelle für Touristen
Auf der Rambla flanieren täglich Tausende Touristen von der Placa de Catalunya in Richtung Hafen, legen beim Markt La Boqueria eine Pause ein, um schließlich an ihrem Ende das Monument des Columbus zu bewundern. Zahlreiche Straßenkünstler lenken hier die Aufmerksamkeit auf sich. Auf dem Weg zum Hafen liegt zur Linken die Altstadt. Der Platz ist auch deshalb zentrale Anlaufstelle für Reisende, da dort alle grundlegenden Büros zu finden sind. Tickets für öffentliche Verkehrsmittel sind zu erwerben, dazu kommt eine Touristeninformation und die Abfahrtsstelle der Hop-on-hop-off-Busse.

Heuer bereits sieben Anschläge auf Zivilisten in Europa
Der Terroranschlag in Barcelona ist der mittlerweile siebente Angriff auf Zivilisten in Europa im heurigen Jahr: Am 22. März verübte ein Islamist in London einen Anschlag beim Parlament, bei dem fünf Menschen - darunter auch Parlamentarier - ums Leben kamen. 41 Menschen erlitten Verletzungen.

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