Sa, 16. Dezember 2017

krone.at-Test

17.09.2017 06:00

Thunderobot ST Plus: Gaming-Bolide aus Spanien

Der spanische Laptop-Hersteller Thunderobot drängt mit seinen Gaming-Boliden auf den heimischen Markt. Mit viel CPU- und Grafik-Power bei moderaten 2,5 Kilo Gewicht buhlt der Gaming-Laptop ST Plus um mobile Spieler. Aber wie gut ist das Gamer-Notebook? krone.at hat es getestet.

Das martialische Roboter-Design mit Leuchtakzenten und die RGB-beleuchtete Tastatur des Thunderobot ST Plus lassen keinen Zweifel daran, dass es sich hier nicht um ein Business-Gerät handelt. Der Gaming-Bolide will auffallen und seine Stärken zur Schau stellen.

Welche das sind, erfahren Sie in der Leistungstabelle:

Thunderobot ST Plus

CPU

Core i7-7700HQ: 4 x 2,8 GHz (Turbo: 3,8 GHz)

RAM

8 GB (DDR4)

Diagonale

15,6 Zoll

Auflösung

1920 x 1080 Pixel

Massenspeicher

128 GB SSD + 1 TB HDD

Optisches Laufwerk

nicht vorhanden

Grafiklösung

Geforce GTX 1050 TI (4 GB GDDR5-RAM)

Anschlüsse

3 x USB 3.0, 2 x Mini-Displayport, HDMI, USB-C, SD-Kartenleser, Ethernet, Audioklinke

Funkstandards

Gigabit-WLAN, Bluetooth 4.0

Webcam

1 Megapixel

Akku

47 WH (6 Zellen)

Software

Windows 10 Home

Extras

RGB-Tastaturbeleuchtung

Gewicht

2,5 Kilo

Preis

1300 Euro

Jagt man den Thunderobot ST Plus in dieser Konfiguration durch Benchmark-Vergleichstests wie 3DMark und PCMark, erzielt er diese Ergebnisse:

Viel Anwendungs-, nicht ganz so viel Spiele-Power
Die Anwendungsleistung des Spaniers liegt wie angesichts der starken Komponenten nicht anders zu erwarten auf hohem Niveau. Mit einem PCMark-Score von 4103 Punkten ist er deutlich stärker als der durchschnittliche Business-PC und auch für hardwareintensivere Aktivitäten wie Bildbearbeitung oder Videoschnitt zu gebrauchen.

Im 3DMark-Vergleichstest schneidet das Gerät für einen Gaming-Laptop nicht überragend ab. Mit 2485 Punkten im TimeSpy-Test ist der ST Plus zwar stärker als Laptops, die ohne Gaming-Hintergedanken daherkommen. Gegenüber wirklich starkem mobilem Gaming-Gerät liegt der Spanier bei der Grafik-Power aber um etwa ein Drittel zurück. Eine mobile Geforce GTX 1060 oder 1070 würden hier bessere Wertungen erzielen und auch dem pfeilschnellen Prozessor eher gerecht.

Freilich: Eine 1060 oder 1070 hätten auch den Preis in die Höhe getrieben. Der ist mit 1300 Euro angesichts des Gebotenen aber ohnehin kein Schnäppchen. Klar verbaut der Hersteller hier einen flotten Prozessor und eine aktuelle Grafiklösung, ähnliche Konfigurationen findet man im Online-Preisvergleich von anderen Herstellern aber auch um 100 bis 150 Euro günstiger.

Das heißt nicht, dass der Thunderobot-Laptop kein taugliches Gaming-Gerät wäre. Mit seinem hellen und durch die matte Bauweise auch draußen ablesbaren Full-HD-Display richtet er sich ohnehin nicht an 4K-Gamer. Und für Full-HD reichen die verbauten Komponenten in allen aktuellen Games aus - inklusive kleiner Reserve für die Zukunft. Mehr Power brauchen eigentlich nur Gamer, die VR-Brillen oder 4K-Displays an ihrem Laptop betreiben wollen.

Lüfter hörbar, Verarbeitung durchschnittlich
Aufgefallen ist uns im Test die vergleichsweise laute Geräuschkulisse, die der Thunderobot-Bolide unter Last erzeugt. Der Lüfter springt bei Beanspruchung schnell an und ist auch deutlich hörbar - glücklicherweise nicht in einem unangenehmen Frequenzbereich. Die Wärmeabfuhr scheint aber gut zu funktionieren: Das Gehäuse wurde im Test auch unter Last nicht übermäßig heiß.

In puncto Verarbeitung macht der Spanier einen durchschnittlichen Eindruck. Edle Gehäusematerialien wie Metall findet man hier nicht, stattdessen gibt's ein auffällig designtes aber haptisch unspektakuläres Kunststoffchassis. Die Gehäusesteifigkeit stimmt, Verarbeitungsmängel wie übertriebene Spaltmaße waren am Testgerät nicht zu finden. Weil der Hersteller auf Hochglanzlack verzichtet hat, ist das Gehäuse unempfindlich gegen Fingerabdrücke. Prädikat: Zweckmäßig.

Angenehme Eingabegeräte, durchwachsene Laufzeit
Gut gefallen haben uns dagegen im Test die umfangreiche Anschlussausstattung und die guten Eingabegeräte. Die RGB-beleuchtete Tastatur bietet einen klaren Druckpunkt und durch ihre Größe ein angenehmes Tippgefühl, das Touchpad überzeugt mit guter Multi-Touch-Unterstützung.

Die Akkulaufzeit ist - wie es in dieser Produktkategorie üblich ist - überschaubar. Im Spielebetrieb sollte man ohnedies davon absehen, den Thunderobot-Laptop auf Akku zu betreiben, aber auch im Office-Betrieb sind nicht mehr als vier, fünf Stunden Laufzeit drin.

Noch ein Wort zum Sound: Für Laptop-Verhältnisse bringt Thunderobot mit dem ST Plus zwar durchaus hohe Lautstärken zustande, für schöne Bässe mangelt es dann aber doch an Volumen, überdies klingen Höhen etwas blechern. Weil die meisten Gamer aber ohnehin mit Headset oder externer Soundanlage spielen, dürfte das kaum ins Gewicht fallen.

Fazit: Seinem martialischen Namen wurde der Thunderobot ST Plus im Test nicht wirklich gerecht: Für wirklich maximale Spieleleistung fehlt es ihm an einer potenteren Grafiklösung. Vieles an dem Gerät - die vielen Anschlüsse, die guten Eingabegeräte - gefällt. Die gebotene Power reicht für alle aktuellen Games in Full-HD, angesichts seiner durchschnittlichen Verarbeitung könnte der Preis des Geräts aber attraktiver sein - zumal manch Rivale am Preisniveau des ST Plus mit einer Geforce GTX 1060 aufwartet und mehr SSD-Speicher bietet.

Dominik Erlinger
Redakteur
Dominik Erlinger
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