Mo, 28. Mai 2018

Landeskulturfonds

17.08.2017 14:29

11,1 Millionen Euro Kredite für 96 Bauernfamilien

Mit dem Milchpreis stabilisieren sich langsam auch die Investitionen in der Tiroler Landwirtschaft. "Das spiegelt sich in der Bilanz des Landeskulturfonds 2016 zwar noch nicht zur Gänze wider. Wir spüren aber, dass die Investitionsbereitschaft auf unseren Höfen in weiten Teilen des Landes wieder leicht zunimmt", resümiert Agrarreferent und Vorsitzender des Kuratoriums des Landeskulturfonds, LHStv Josef Geisler.

Schwierig sei die Situation weiterhin im agrarstrukturell benachteiligten Tiroler Oberland. "Hier sind wir gefordert, in Ergänzung zu den bestehenden Initiativen und Unterstützungen zusätzlich mit Hilfe des Landeskulturfonds gezielte Maßnahmen zu setzen, um die Flächenbewirtschaftung in den extremen Bergbauerngebieten sicherzustellen", so Geisler.

Regionale Versorgungs- und Wertschöpfungsketten

Der Landeskulturfonds wurde deshalb von der Landesregierung am Hohen Frauentag als Finanzierungspartner für die "Modellregion im Bezirk Landeck zur Stärkung der Zusammenarbeit von Tourismus, Wirtschaft und Landwirtschaft" beauftragt. Ziel des Projekts ist, den Rückgang in der Landwirtschaft im Bezirk Landeck nachhaltig zu bremsen. Durch die die Schaffung regionaler Versorgungs- und Wertschöpfungsketten soll zudem ein Mehrwert für die gesamte Region erzielt werden.

Die Modellregion geht auf eine Initiative der Agrarmarketing Tirol zurück und wurde vom Tiroler Landtag beschlossen. Der gesetzliche Auftrag des Landeskulturfonds, der übrigens ohne öffentliche Mittel auskommt, ist die ‚nachhaltige Stärkung und Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit der Land- und Forstwirtschaft in Tirol‘. "Neben einzelbetrieblichen Investitionen soll der Landeskulturfonds verstärkt Finanzierungsinstrument für Gemeinschaftsinitiativen und Zukunftsmodelle werden", so Geisler.

Vorreiterprojekt Getreideaufbereitungszentrum

Ein bereits mit Unterstützung von EU, Bund, Land und Landeskulturfonds umgesetztes Kooperationsprojekt ist das Getreideaufbereitungszentrum der Tiroler Saatbaugenossenschaft in Flaurling. "Auch hiervon erwarten wir uns einen Impuls für die Landwirtschaft vor allem im Tiroler Oberland", so Geisler. Im neuen Getreideaufbereitungszentrum kann Getreide getrocknet, gelagert und aufbereitet werden.

"Wir sehen insbesondere bei Spezialgetreide gute Absatzchancen und interessante Einkommensmöglichkeiten für Nebenerwerbsbauern. Für den Getreidebau ist nur eine geringe Mechanisierung erforderlich. Bei Bedarf kann die Arbeit zur Gänze überbetrieblich organisiert werden", ortet Josef Trenkwalder, Obmann der Tiroler Saatbaugenossenschaft, großes Entwicklungspotenzial für die Tiroler Landwirtschaft. Die Nachfrage nach regionalem Getreide sei groß. Der Eigenversorgungsgrad mit Getreide liegt in Tirol derzeit bei einem halben Prozent.

Besonders tierfreundliche Ställe führen bei Investitionen

Knapp 23 Millionen Euro hat die Tiroler Landwirtschaft im Jahr 2016 mit Unterstützung des Landeskulturfonds investiert. 96 Betriebe erhielten im vergangenen Jahr vom Landeskulturfonds zinsgünstige Kredite vor allem für die Errichtung besonders tierfreundlicher Ställe. Gestiegen sind die Investitionen in Verarbeitung und Vermarktung. Die 2016 vergebene Darlehenssumme beträgt 11,2 Millionen Euro und liegt damit unter dem Vorjahreswert. Während in den vergangenen zwei bis drei Jahren ein Großteil der Investitionen von Betrieben im Wipptal, die von höheren Milchpreisen des Milchhofs Sterzing profitieren, getätigt wurden, wird nun wieder verbreitet in allen Regionen investiert. Allerdings gingen nur 16 der 96 Investitionskredite des Landeskulturfonds in die Bezirke Imst, Landeck und Reutte.

Ein vor allem in den landwirtschaftlichen Gunstlagen des Landes wirksames Hilfsinstrument war angesichts der Milchkrise im vergangenen und vorvergangenen Jahr die Möglichkeit der Ratenstundung und Laufzeitverlängerung von Krediten. "310 Mal wurde von diesem Angebot Gebrauch gemacht. Das sind zehn Prozent aller Darlehensnehmer. Zusätzlich verzichtete der Landeskulturfonds im Jahr 2016 bei Milchviehbetrieben auf die Verrechnung von Zinsen. "Durch die außerordentlichen Hilfsmaßnahmen konnten wir die schwierige Situation vieler Betriebe aufgrund des schlechten Milchpreises etwas entschärfen und Liquiditätsengpässe abfedern", erklärt der Geschäftsführer des Landeskulturfonds, Thomas Danzl.

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