Fr, 20. Oktober 2017

Forscher besorgt

17.08.2017 09:01

Knapp 100 Vulkane unter Antarktis-Eis entdeckt

Eine überraschende Entdeckung haben britische Forscher bei der Analyse von Radardaten gemacht: In der Antarktis entdeckten sie knapp 100 bis dato unbekannte Vulkane, die überweigend unter der bis zu zwei Kilometer dicken Eisschicht versteckt sind. Noch ist unklar, ob diese Feuerberge noch aktiv sind. Bei einem Ausbruch eines dieser Vulkane droht eine gewaltige Eisschmelze und in der Folge ein weiterer Anstieg des Meeresspiegels.

Insgesamt 91 neue Vulkane hat ein Team um Maximilian Van Wyk de Vries von der University of Edinburgh entdeckt. Bislang waren nur 47 Vulkane in der Antarktis bekannt gewesen, dass man nun fast doppelt so viele weitere entdeckte, überraschte selbst die Wissenschaftler. Die Vulkane liegen allesamt entlang des 3000 Kilometer langen westantarktischen Grabenbruchs, die nun die Region mit der höchsten Vulkandichte der Erde ist, berichten die Forscher.

Unklar, ob die entdeckten Vulkan aktiv sind
Die neu entdeckten Vulkane sind demnach zwischen 100 und 3850 Meter hoch und im Durschschnitt 21 Kilometer breit. Die größten dieser Feuerberge liegen im Marie-Byrd-Land, wo die britschen Forscher nicht weniger als 29 Vulkane von mehr als 1000 Metern Höhe fanden. Noch ist nicht klar, ob einzelne oder mehrere diese Vulkane noch aktiv sind.

Da sich die Feuerberge genau dort konzentrieren, wo nach bisherigen Erkenntnissen ein Riftsystem liegt, vermuten De Vries und seine Forscherkollegen, dass das der Fall sein könnte. Sollte sich das bestätigen, könne dies erklären, warum der Untergrund unter der Westantarktis so ungewöhnlich warm ist, so die Wissenschaftler.

Lässt Eisschmelze Vulkane wieder erwachen?
Das abschmelzende Eis der Westantarktis könne umgekehrt bewirken, dass die Vulkane ebendort wieder aktiver werden. Denn, so die Forscher, wenn der Druck durch die Last des Eises abnimmt, könne das zu einem Wiedererwachen der Feuerberge führen. "Studien in Island haben gezeigt, dass sich unter einer dünner werdenden Eisdecke die Magmaproduktion erhöht", berichten die Wissenschaftler.

Wilhelm Eder
Redakteur
Wilhelm Eder
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