Do, 24. Mai 2018

Silberstein-Affäre

16.08.2017 17:38

Kanzler bricht Schweigen: "Ein politischer Fehler"

Tagelang hat die SPÖ nach der Verhaftung ihres Wahlkampf-Gurus Tal Silberstein sowie zur brisanten Millionen-Affäre rund um Korruption, Bestechung und Geldwäsche geschwiegen. Jetzt meldet sich Bundeskanzler Christian Kern zu Wort - wie so oft in einem Facebook-Video. Der SPÖ-Chef räumt ein, dass es ein politischer Fehler gewesen sei, sich nicht früher von seinem israelischen Berater zu trennen. Gleichzeitig geht Kern in den Angriff über und attackiert die ÖVP.

Seit Montag herrschte Ratlosigkeit in der SPÖ, denn seit diesem Zeitpunkt sitzt der israelische Berater Tal Silberstein, der von den Roten als wahrer Wahlkampf-Guru betrachtet wurde, in Israel in Haft. Wegen des Verdachts der Geldwäsche, der Korruption, der Bestechung, der Zurückhaltung von Schmiergeld.

Jetzt hat sich Bundeskanzler Christian Kern in einem Facebook-Video zu Wort gemeldet. Mit aufgekrempelten Ärmeln und ohne Sakko sitzt er an seinem Schreibtisch und versucht die Causa Silberstein zu erklären. Es sei "ein politischer Fehler" gewesen, sich nicht früher von Silberstein zu trennen, räumt Kern ein.

Darüber reden, was die Leute beschäftigt
Er geht aber dann auch gleich in die Offensive und auf die ÖVP los. Denn es gehe jetzt ja nicht um Silberstein, sondern es gehe um die Menschen und um die Fragen, die das Land sowie die Menschen beschäftigen, so der Kanzler. Die ÖVP aber wolle nicht über diese Fragen reden, sie wolle keine inhaltliche Auseinandersetzung und habe auch kein Programm.

Dass vor der Wahl nicht mehr über die Causa Silberstein gesprochen wird, ist aber wohl nur ein frommer Wunsch des Kanzlers. Es ist davon auszugehen, dass die Schwarzen, aber auch die Blauen, bei jeder Wahl-Diskussion darauf hinweisen werden, mit wem die SPÖ da zusammengearbeitet habe. Zumal der Slogan "Holen Sie sich, was Ihnen zusteht", angesichts der Affäre zu einem schlechten Witz geworden ist.

Doris Vettermann, Kronen Zeitung

Live-Analyse im Video: "Nicht das erste Unding in dieser SPÖ-Kampagne"

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