Sa, 26. Mai 2018

Wenn alles eskaliert

15.08.2017 10:27

Südkorea: Super-Bunkerknacker gegen Kim Jong Un

Das Säbelrasseln zwischen Nordkorea, den USA und nun auch China im Konflikt um das Raketen- und Atomwaffenprogramm des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un wird lauter und schärfer. Nordkoreas Nachbar Südkorea möchte zwar nach den Worten seines Präsidenten Moon Jae In einen Krieg auf der Halbinsel "um jeden Preis verhindern", doch das Land werde seine "Verteidigungskapazitäten verstärken, um den Frieden zu sichern". Geplant ist unter anderem der Einsatz einer Super-Lenkwaffe, des Bunkerknackers Taurus Kept 350K, der in Bayern hergestellt wird.

Während sich US-Präsident Donald Trump und Nordkoreas Diktator Kim Jong Un derzeit ständig mit neuen Drohungen gegenseitig - aus der Ferne - einzuschüchtern versuchen, bereitet sich Südkorea konkret auf eine Eskalation des Konflikts vor. Zwar setzt das Land weiterhin auf eine diplomatische Lösung zur Frage der atomaren Aufrüstung und der Raketen, doch ein "chirurgischer Eingriff gegen bestimmte Ziele im Norden" werde nicht ausgeschlossen.

Über einen militärischen Einsatz auf der Koreanischen Halbinsel könne allerdings ausschließlich Südkorea entscheiden, betonte Präsident Moon. "Niemand kann ohne die Zustimmung der Republik Korea über eine militärische Aktion entscheiden." Berichten zufolge laufen die Vorbereitungen für eine solche aber bereits. So soll vor allem die deutsche Lenkwaffe Taurus laut "Welt" eine "Schlüsselbedeutung" haben.

Mit dieser Waffe, einer der weltweit stärksten Lenkwaffen, könnten Ziele im Umkreis von Nordkoreas Hauptstadt Pjöngjang angegriffen werden - im Tiefflug. Denn die rund fünf Meter lange Taurus ist ein Marschflugkörper, der bei einer Höhe von gut 30 Metern über dem Boden automatisch ein Ziel ansteuern kann. In Position gebracht werden können die Cruise Missiles von den koreanischen Kampfjets vom Typ F-15K. Ausgeklinkt, können sie über Hunderte Kilometer ein Ziel anvisieren.

In Bayern hergestellt, kann ein Taurus-Marschflugkörper Bunker mit einer Wanddicke von mehreren Metern knacken, selbst wenn er rund 500 Kilometer entfernt abgefeuert wird. Das 1,4 Tonnen schwere Modell sprengt sich seinen Weg in den Beton praktisch frei: Binnen Millisekunden wird eine Vorhohlladung gezündet, durch diesen Weg gelangt dann ein sogenannter Penetratorsprengkopf in den Bunker.

Der erste dieser Bunkerknacker wurde der "Welt" zufolge im Oktober 2016 an Südkorea geliefert. Bisher wurden demzufolge 170 Taurus von dem Land geordert, weitere 90 sollen folgen. Ein Stück kostet rund eine Million Euro - gilt es doch laut Hersteller als die "fortschrittlichste derzeit am Weltmarkt verfügbare Fähigkeit für Abstandswaffen".

Gegenseitige Provokationen zwischen Nordkorea und den USA
Ein bewaffneter Konflikt sei allerdings erst die letzte Möglichkeit, wenn es nach Südkorea geht. So forderte Moon Nordkorea auf, seine Provokationen einzustellen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Provoziert wird wahrlich genug in dem Konflikt - vor allem zwischen Nordkorea und den USA.

"Wenn Nordkorea auf die USA schießt, ist Game on"
US-Verteidigungsminister James Mattis warnte Nordkorea jüngst erneut davor, die USA anzugreifen. Die USA würden jeden Flugkörper abfangen, der in Richtung US-Boden unterwegs sei, sagte Mattis am Montag in Washington.

"Wenn sie auf die USA schießen, dann kann das sehr schnell zum Krieg führen", sagte der Ex-General. Sollte ein Flugkörper US-Boden, etwa - wie von Kim angedroht - auf der Pazifikinsel Guam, wo die USA einen Militärstützpunkt haben, treffen, dann sei "Game on", wie Mattis sich ausdrückte.

Zuvor hatte Kim das Hauptquartier seiner Raketentruppen besucht, wo ihm die Bereitschaft zum Angriff gemeldet worden war. Kim erörterte mit seinen Generälen die Angriffspläne, wollte aber zunächst die Entwicklung weiter verfolgen, wie die nordkoreanische Agentur KCNA berichtete. Er forderte von den USA ein sofortiges Ende der "arroganten Provokationen" und "einseitigen Forderungen". Die Amerikaner sollten angesichts der angespannten Lage auf der Koreanischen Halbinsel "mögliche Gewinne oder Verluste mit klarem Kopf abwägen".

Um einen Krieg auf der Halbinsel zu verhindern, sollten die Amerikaner als ersten Schritt eine "ordentliche Option" unterbreiten und darauf Taten folgen lassen, sagte Kim. Schließlich hätten die USA ein gewaltiges nukleares Arsenal rund um Korea aufgestellt.

Weiteres Konfliktpotenzial in den nächsten Tagen
Die kommenden Tage bieten nun weiteres Konfliktpotenzial. Am Dienstag begehen beide koreanische Staaten Feiern zum Sieg gegen die japanischen Besatzer am Ende des Zweiten Weltkriegs. Die Staatsführung in Pjöngjang könnte dies für eine weitere Demonstration der Stärke nutzen. In der kommenden Woche sollen gemeinsame Militärmanöver der USA und Südkoreas beginnen, die Nordkorea als akute Bedrohung betrachtet.

Heike Reinthaller-Rindler
Heike Reinthaller-Rindler

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