Sa, 25. November 2017

Rücksichtslos

14.08.2017 11:16

Erpressung als neuer Trend bei Wechselabsichten

Dass der Transfermarkt verrücktspielt, ist kein Geheimnis. Auch nicht, dass Klubs von Milliadären gesteuert werden, denen keine (Ablöse-) Summe zu hoch ist. Ein anderer, relativ neuer, Trend ist dabei weitaus erschreckender. Immer öfter treten Spieler eigenmächtig in einen Streik, um einen Wechsel zu erzwingen.

Die Reihe an obskuren Transfermethoden ist lang in diesem Sommer und ein Ende ist nicht in Sicht. Über allem steht natürlich "Rekordmann" Neymar. Sein Wechsel von Barcelona zu Paris Saint-Germain war nicht nur der teuerste der Fußball-Geschichte, er zeigte auch das ganze Dilemma in dem sich die Branche befindet. Gegenseitige Anzeigen, eine Liga, die die Ablösesumme zurück überweist und ein Spieler, der sich für 222 Millionen Euro selbst aus seinem Vertrag kauft.

Domino-Effekt
Als Ersatz für Neymar hat der FC Barcelona wiederum Philippe Coutinho (Liverpool) und Ousmane Dembele (Dortmund) auserkoren. Zwar wurde Coutinho ein Wechsel vom Klub untersagt, trotzdem wurden die Fan-Artikel des Brasilianers aus den Liverpool-Shops entfernt.

Die Causa Dembele beschäftigt indes ganz Fußball-Deutschland. Der erst 20-Jährige will Borussia Dortmund bereits nach einem Jahr wieder verlassen. Die Borussia-Verantwortlichen fordern eine Summe weit jenseits von 100 Millionen, für einen Spieler, der sich erst eine Saison in einer Top-Liga bewiesen hat. Dembele trat, nachdem ihn Dortmund nicht sofort ziehen ließ, in den Streik. Dieser wurde nun vom BVB auf unbestimmte Zeit verlängert. Der Franzose darf nicht am Mannschaftstraining teilnehmen. (Oben im Video)

Keinen Abnehmer
Auch der Star der Borussia, Pierre-Emerick Aubameyang, will weg aus Dortmund. Nachdem sich aber Angebote aus Paris, China und Mailand als nicht annehmbar für den BVB erwiesen, sprachen die Verantwortlichen ein Wechsel-Verbot für diesen Sommer aus. Nun gießt der Gabuner aber erneut Öl ins Feuer. In einem Live-Video auf Instagram sagte der Torschützenkönig der vergangenen Bundesliga-Saison:  "Ich möchte zurück - aber sie schlafen. Was soll ich machen?" Gemeint war eine Rückkehr zu seinem Jugendverein AC Milan. Ironischerweise trägt er dabei ein BVB-Shirt.

Auch für Diego Costa, den Chelsea-Coach Antonio Conte nicht mehr haben möchte, hat sich bisher kein Abnehmer gefunden. Anstatt sich aber um einen neuen Verein zu kümmern, feiert der Spanier mit brasilianischen Wurzel in Brasilien im Haus seiner Eltern. Gegenüber der "Daily Mail" sagte der Stürmer er fühlt sich "wie ein Krimineller" behandelt. Andererseits weigert er sich in der Reserve des englischen Meisters zu trainieren.

Auch in Österreich Thema
Aber nicht nur in den großen europäischen Ligen werden Transfers erzwungen. Auch in Österreich findet sich ein aktuelles Beispiel. Schützenkönig Larry Kayode ließ die Austria in der schwierigen Phase zu Saisonbeginn im Stich. Grund: "Mental nicht in der Lage". Mit anderen Worten, im Kopf schon bei einem anderen Verein. Am Ende bekommt Kayode seinen Wunsch. Wechselt zum englischen Spitzenklub Manchester City. Für den wird er jedoch überhaupt nicht auflaufen. Die Engländer verleihen den Nigerianer nach Spanien zum Aufsteiger Girona.

Michael Graswald
Michael Graswald
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