So, 27. Mai 2018

Naturgewalt

14.08.2017 09:34

Hangrutsch überraschte die Feuerwehrleute total

Völlig überrascht wurden die Männer der Feuerwehr Pfarrwerfen am Samstagabend: Nachdem zunächst eine kleine Mure abging, rückten die Freiwilligen sofort an. Während sie ihre Beleuchtung aufbauten, begann der Hang plötzlich zu rutschen. Es blieb nur der Rückzug übrig. Die Katschberg Straße musste gesperrt werden.

Obwohl es seit Samstagmittag in Pfarrwerfen nicht mehr geregnet hat, durfte der Hang dennoch immens aufgeweicht gewesen sein. Um 22.30 Uhr wurde die B99 auf einer Länge von rund 60 Metern durch einen Hangrutsch komplett verschüttet. "Wir mussten uns vom Einsatzort 100 Meter zurückziehen. Wir haben das Gelände oben am Hang auf der Abrisskante abgesucht. Da wir nicht auf die andere Seite gelangen konnten, haben wir die Kollegen aus Hüttau informiert. Diese gaben zum Glück Entwarnung", berichtet OFK Martin Bergmüller (Interview).

Schnell stellte sich heraus, dass sich keine Personen unter den Geröllmassen befanden. Mehr als 5000 Kubikmeter Fels rutschten auf die Bundesstraße ab. Es blieb nur die Totalsperre von der Einfahrt des Gewerbegebietes Pfarrwerfen bis zur Auffahrt Gehöft Minkl. Die Straße bleibt auch bis auf weiteres in beiden Richtungen gesperrt, da die Aufräumarbeiten mehrere Wochen dauern werden.

Insgesamt waren 42 Mann mit fünf Fahrzeugen bis 0.45 Uhr im Einsatz. Unterstützt wurden sie von der Straßenmeisterei.

Sandra Aigner, Kronen Zeitung

Interview: Der erfahrene Ortsfeuerwehrkommandant Martin Bergmüller kann sich den plötzlichen Hangrutsch schwer erklären. Er spricht von Glück, es hätte schlimmer ausgehen können.

Bis zu 20 Meter hoch wurde die Katschberg Bundesstraße verschüttet. Wie ist die Situation vor Ort?
Wir haben die Straße in beide Richtungen abgesperrt und für die Einheimischen eine Umleitung eingerichtet. Großräumig kann nur über die A10 ausgewichen werden.
Wie geht es nun weiter?
Das legt ein Geologe, der sich bereits ein Bild gemacht hat, fest.
Während des Murenabgangs war an der Unglücksstelle niemand unterwegs?
Nein. Wir können von großem Glück sprechen, dass weder Autos noch Fußgänger die betroffene Straße zu dieser Zeit genutzt haben. Der Hangrutsch hätte auch unter Tags passieren können. Daran darf man gar nicht denken.

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