Mi, 23. Mai 2018

Start-up-Experte:

14.08.2017 09:05

"Mitarbeiter nicht ausquetschen wie Zitronen!"

Anstelle von Kickertischen und Schlafplätzen im Büro sollten Start-up-Firmen nach Auffassung des Berliner IT-Experten und Unternehmers Dirk Owerfeldt lieber flexible Arbeitszeiten und Teilzeit anbieten sowie Elternzeit auch für Männer akzeptieren. Die Work-Life-Balance sei auch Start-up-Mitarbeitern wichtig.

"Es macht doch keinen Sinn, die motivierten, hochqualifizierten Mitarbeiter durch 14-Stunden-Tage regelrecht auszupressen", sagte Owerfeldt. Stattdessen sollten Start-ups, die langfristig erfolgreich sein wollten, schon in der Gründungsphase darauf achten, einen geregelten Arbeitstag für möglichst viele Mitarbeiter anzubieten.

Work-Life-Balance "endlich ernst nehmen"
Die Start-up-Branche müsse das Thema Work-Life-Balance "endlich ernst nehmen", forderte Owerfeldt, Initiator, Gründer und Geschäftsführer des Start-ups Gastrofix, das Software-Module für Gastronomiebetriebe und Hotels anbietet und ein cloudbasiertes Kassensystem für das iPad von Apple entwickelte.

In der Start-up-Szene werde nach dem Motto "Start-upper kennen keinen Schmerz" gelebt, das Thema Burnout werde "vehement tabuisiert", kritisierte er. Dies müsse endlich aufhören.

Überstunden sollten Ausnahme, nicht Regel sein
Ihm sei bewusst, dass es gerade für junge Unternehmen nicht immer einfach sei, auf eine bessere Ausgewogenheit von Beruf und Privatleben zu achten. "Trotzdem sollten Überstunden grundsätzlich eher die Ausnahme und nicht die Regel sein", empfahl Owerfeldt, der bereits an verschiedenen Unternehmensgründungen beteiligt war und viele Start-ups und mittelständische Unternehmen bei Projekten begleitete. Mit attraktiven Arbeitsbedingungen könne die Branche auch dem zunehmenden Fachkräftemangel entgegenwirken, erklärte der 48-Jährige.

Die Strategie vieler hipper Start-ups, durch Wohlfühlmaßnahmen wie Tischfußball oder Schwimmbäder "Arbeit und Freizeit ihrer Mitarbeiter zu verschmelzen", sei "fragwürdig". Stattdessen sollten Mitarbeiter "konzentriert, selbstbestimmt und verantwortungsvoll arbeiten - und dann gefälligst nach Hause gehen und abschalten". Eine Geschäftsidee müsse sich auch erfolgreich durchsetzen lassen, "ohne die Mitarbeiter auszuquetschen wie Zitronen. Sonst hat man als Gründer versagt."

 krone.at
krone.at

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentar schreiben

Sie haben einen themenrelevanten Kommentar? Dann schreiben Sie hier Ihr Storyposting! Sie möchten mit anderen Usern Meinungen austauschen oder länger über ein Thema oder eine Story diskutieren? Dafür steht Ihnen jederzeit unser krone.at-Forum, eines der größten Internetforen Österreichs, zur Verfügung. Sowohl im Forum als auch bei Storypostings bitten wir Sie, unsere AGB und die Netiquette einzuhalten!
Diese Kommentarfunktion wird prä-moderiert. Eingehende Beiträge werden zunächst geprüft und anschließend veröffentlicht.

Kommentar schreiben
500 Zeichen frei
Kommentare
324

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB).

Aktuelle Schlagzeilen

Für den Newsletter anmelden