Di, 21. November 2017

Über 20.000 Euro weg

12.08.2017 09:51

Web-Betrüger nützen wahre Geschichte als Masche

Man kann nicht oft genug vor Internetbetrügern warnen. Auch, dass die Kriminellen im Web mit allen Wassern gewaschen sind, sollte sich eigentlich längst schon herumgesprochen haben. Allerdings nicht bis zu einem Unterländer (40), dem ein Lottogewinn in Aussicht gestellt wurde. Mehr als 20.000 Euro sind nun wohl weg.

40 Millionen kanadische Dollar, umgerechnet rund 27 Millionen Euro, gewann der Kanadier Tom Crist im Dezember 2013 im Lotto. Doch anstatt im Luxus zu leben spendete der Jackpot-Knacker, dessen Frau ein Jahr zuvor an Krebs gestorben war, die gesamte Gewinnsumme für wohltätige Zwecke. Die Geschichte aus Calgary ging um die Welt und machte Schlagzeilen.

Versprechen an verstorbene Frau

Ausgerechnet mit dieser herzerwärmenden Wohltat versuchen nun offensichtlich dreiste Internetbetrüger gutgläubigen Menschen auf der ganzen Welt das Geld aus der Tasche zu ziehen. Und nun hatten die Kriminellen mit dieser Masche in Tirol Erfolg. "Ein bisher Unbekannter kontaktierte Anfang August einen 40-jährigen Mann aus dem Raum St. Johann und gab vor, in einer Lotterie gewonnen zu haben", schilderte ein Beamter der Polizeiinspektion St. Johann. "Und der Absender erklärte, einen Teil seines Gewinnes nun verschenken zu wollen, weil er dies seiner an Krebs verstorbenen Frau so versprochen habe."

Neuerliche Aufforderung machte Mann stutzig

Der 40-Jährige wurde auch nicht stutzig, als er darauf hingewiesen wurde, vor der "Ausschüttung" Kosten für Rechtsanwälte und Versicherungen bezahlen zu müssen. Brav überwies er erst kleinere, dann immer größere Beträge auf Konten in der EU sowie in der Türkei - laut Polizei insgesamt mehr als 20.000 Euro. "Als dann auf einen Schlag weitere 20.000 Euro gefordert wurden, erstattet der Mann Anzeige", berichtet die Polizei. Zu spät: Denn das überwiesene Geld dürfte der Unterländer wohl nie mehr sehen.

Samuel Thurner, Kronen Zeitung

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